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Altersvorsorge 2020

Was ändert sich in der ersten und zweiten Säule

 

  1. Säule AHV
  • Erhöhung Rentenalter Frauen von 64 auf 65, sie erfolgt schrittweise um jeweils 3 Monate pro Jahr, d.h. erst ab 2021 zu 100% umgesetzt
  • Flexible Pensionierung zwischen 62-70 Jahren (vorher 63-70 J.), die Kürzungs- und Aufschubs-Sätze werden angepasst
  • Aufhebung des Freibetrags für erwerbstätige Rentnerinnen und Rentner; Beiträge nach der Pensionierung werden neu berücksichtigt, somit kann eine einmalige Neuberechnung der AHV-Rente bis zum 70. Altersjahr verlangt werden
  • Erhöhung aller neu entstehender Altersrenten für Einzelpersonen um CHF 70.—pro Monat; für Paare wird die Plafonierung auf 155% angehoben, was bis zu CHF 226.—höhere Rente pro Monat ausmachen kann

 

  1. Säule BVG
  • Erhöhung Rentenalter Frauen von 64 auf 65, sie erfolgt schrittweise um jeweils 3 Monate pro Jahr
  • Einführung flexibler Bezug Altersleistung zwischen 62 und 70 Jahren (analog AHV); d.h. Vorsorgeeinrichtungen müssen das Rücktrittsalter von 58 auf 62 anheben, in gewissen Ausnahmen (GAV, betriebliche Restrukturierungen, etc.) kann ein Mindestalter von 60 Jahren festgelegt werden
  • keine Beitragspflicht bei Arbeitstätigkeit nach dem 65. Altersjahr. Vorsorgeeinrichtungen können aber die Möglichkeit anbieten weiterhin für die Altersvorsorge anzusparen
  • Reduktion des Mindestumwandlungssatzes von 6.8 auf 6% in 4 Schritten (je 0.2% pro Jahr), d.h. ab 2022 zu 100% umgesetzt à Rente sinkt um 12% im Obligatorium, werden durch die nachfolgenden Ausgleichsmassnahmen aufgefangen
  • Flexibilisierung des Koordinationsabzuges (2017 fix CHF 24’675): neu 40% des Jahreslohnes, jedoch mind. minimale AHV-Rente (Stand 2017 CHF 14’100) und max. ¾ der maximalen AHV-Rente (Stand 2017 CHF 21’150) à verbessert die berufliche Vorsorge von tiefen bis mittleren Einkommen
  • Anpassung der Altersgutschriftensätze: 7% für 25-34 Jährige; 11% (vorher 10%) für 35-44 Jährige; 16% (vorher 15%) für 45-54 Jährige; 18% für 55-65Jährige
  • Zuschüsse für die Übergangsgeneration (ab Alter 45 und älter nach Inkrafttreten des Gesetzes) durch den Sicherheitsfonds BVG

 

Finanzierung AHV

  • 6 % Mehrwertsteuer (MwSt) wird für die AHV-Kasse erhoben:
    0.3% werden ab 2018 von der IV an die AHV übertragen
    0.3% werden ab 2021 zusätzlich erhoben à MwSt neu 8.3% ab 2021
  • 3% höhere AHV Beiträge ab 2021

 

Falls das Volk diesen September dieser Reform zustimmt, wird sie am 1. Januar 2018 in Kraft treten. Ausnahme: Die Senkung des Umwandlungssatzes und die Ausgleichsmassnahmen (höhere AHV-Rente, Koordinationsabzug, Altersgutschriftensätze und Zuschüsse aus dem Sicherheitsfonds) treten ein Jahr später in Kraft.

Quelle: Bundesamt für Sozialversicherungen BSV, Stand 04/2017

 

Diese Reform wirft sicher Fragen über persönliche Konsequenzen auf. Folgende Dienstleistungen biete ich in diesem Zusammenhang an:

  • Einen kurzen Überblick über eure persönlichen finanziellen Auswirkungen der Altersreform
  • Finanzplan für den 3. Lebensabschnitt der zeigt:
    – ist eine vorzeitige Pensionierung (noch) möglich
    – würde eine Teilpensionierung Sinn machen
    – wo sind Steuereinsparungen möglich
Neben der Altersreform brennen wohl auch Fragen rund ums Anlegen oder über die Höhe der Hypothek. Gerne gebe ich auch zu diesen Themen Auskunft.
Über eine Kontaktaufnahme würde ich mich sehr freuen.

Vorbezug und Aufschub einer AHV-Rente

Vorbezug einer AHV-Rente

  • jeder Rentenbezüger kann seine Rente 1 oder 2 Jahre im Voraus beziehen, dies hat eine Rentenkürzung von 6.8%, resp. 13.6% pro Jahr zur Folge
  • auch bei einem Vorbezug muss man bis zum ordentlichen Pensionsalter AHV-Beiträge leisten, ausser der Ehepartner bezahlt als Erwerbstätiger mindestens CHF 956.– AHV-Beiträge (Stand 2016)
  • Kinderrenten werden erst mit ordentlichem Pensionsalter ausbezahlt
  • Eine allfällige Witwen/Waisenrente wird ebenfalls gekürzt
  • einen Vorbezug muss man spätestens im Monat vor dem Geburtstag bei der AHV einreichen
  • Ob ein Vorbezug sich lohnt muss in jedem einzelnen Fall überprüft werden

 

Aufschub einer AHV-Rente

  • möglich 1 bis 5 Jahre (muss mindestens 12 Monate betragen)
  • hat eine Rentenerhöhung von 5.2% bis 31.5% pro Jahr zur Folge
  • die Dauer des Aufschubs muss nicht im Voraus festgelegt werden. Nach einem Jahr kann die erste Rente jederzeit bezogen werden
  • mit dem Aufschub der Altersrente werden auch die Kinderrenten aufgeschoben
  • nach dem Tod wird der Zuschlag auch zu den Hinterlassenenrenten gewährt, nicht aber zur Altersrente des Ehegatten oder der Ehegattin
  • ein Aufschub muss spätestens ein Jahr nach dem ordentlichen Pensionsalter mitgeteilt werden
  • vom Aufschub ausgeschlossen sind IV-Bezüger oder Altersrenten mit Hilflosenentschädigung
  • Ob ein Aufschub sich lohnt muss in jedem einzelnen Fall überprüft werden

Arbeiten über das ordentliche Pensionsalter hinaus

Es kann durchaus ein Vorteil sein, über das Rentenalter hinaus zu arbeiten. Falls der Ehepartner nicht erwerbstätig ist und noch nicht das ordentliche Rentenalter erreicht hat, würde sich die Beitragspflicht nach dem Vermögen und Renteneinkommen richten. Das könnte AHV-Beiträge bis CHF 23’900 pro Jahr nach sich ziehen. Bezahlt jedoch ein Ehepartner im Rentenalter mindestens CHF 956.– entfällt die Beitragspflicht für den nicht erwerbstätigen Ehepartner.

Stand 2016

AHV-Beitragspflicht

AHV Beiträge müssen bezahlt werden:

  • nach Vollendung des 17. Altersjahr bei Erwerbstätigkeit
  • nach Vollendung des 20. Altersjahr ohne Erwerbstätigkeit (falls Ehepartner erwerbstätig ist und mindestens CHF Fr. 956.– an AHV/IV/EO bezahlt, entfällt die Beitragspflicht)
  • im Rentenalter bei einem Salär von über CHF 1’400 im Monat oder CHF 16’800 im Jahr. Die Freibeträge gelten pro Arbeitgeber!

Somit besteht auch eine AHV-Beitragspflicht für Nichterwerbstätige (sofern nicht durch Ehepartner befreit),  IV-Bezüger, Frühpensionierte und allenfalls erwerbstätige Pensionierte.

Beiträge für Erwerbstätige richten sich nach dem Einkommen aus unselbständiger und/oder selbständiger Tätigkeit. Die Beiträge der Nichterwerbstätigen bemessen sich aufgrund ihres Vermögens und jährlichen Renteneinkommens.

 

Stand 2016