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Finanzen von A bis Z: O wie Obligatorium

Welche Faktoren Ihre Altersrente aus der Pensionskasse beeinflussen

Kann man die Rendite in der Pensionskasse tatsächlich beeinflussen? Gewissermassen ja – man muss es nur wollen. (Foto: Freepik)

Wer eine ideale Pensionskassenlösung sucht, muss sich erst einmal durch einen Dschungel von Begriffen schlagen. Das soll uns nicht entmutigen, denn wir haben ja Pläne für die Zukunft. Ein klärender Blick auf die 2. Säule der Schweizer Altersvorsorge.

Fangen wir mit dem Wesentlichen an: Wer heute hart für das eigene Geld arbeitet, will den gewohnten Lebensstandard vermutlich auch nach der Pensionierung beibehalten. Wenn Sie Unternehmerin sind und noch eine Pensionskasse suchen, können Sie jetzt die Weichen dafür stellen. Vielleicht aber sind Sie schon an eine Pensionskasse angeschlossen. Dann können Sie den Vorsorgeplan auswählen, der am besten zu Ihrer Situation passt. Das Ziel in beiden Fällen: eine möglichst hohe Rendite und eine möglichst niedrige Steuerlast. 
Wieviel Ihres Pensionskassen-Geldes im Obligatorium oder im Überobligatorium für Sie arbeitet, macht im Alter einen Unterschied. Und auch ob Ihre Pensionskasse für die Altersrente das Modell «gesplittet» oder «umhüllend» anwendet. Diesen vier Begriffen gehen wir jetzt auf den Grund.

Das Obligatorium

Löhne zwischen CHF 25‘096 und CHF 86‘040 sind in der Pensionskasse im Obligatorium versichert. 
Hierfür gibt der Gesetzgeber Mindestleistungen vor. Die Verzinsung muss aktuell 1 % und der Umwandlungssatz 6.8 % betragen. 

Das Einkommen in Beispiel 1 liegt unter CHF 86‘040. Der Sparbeitrag wird deswegen im Obligatorium gutgeschrieben.

Das Überobligatorium

Der Lohnanteil, der über CHF 86‘040 liegt, ist im Überobligatorium versichert.
Die Pensionskassen können ihre Leistungen für diesen Lohnanteil frei gestalten. Es bestehen keine gesetzlichen Vorgaben. 

Das Einkommen in diesem Beispiel liegt über dem Grenzwert von CHF 86‘040. Ein Teil des Sparbeitrags wird im Obligatorium, ein anderer im Überobligatorium gutgeschrieben.

Freiwillige Einzahlungen und vorzeitiger Bezug

Wenn Sie Deckungslücken schliessen wollen und deswegen freiwillige Einzahlungen in die Pensionskasse tätigen, werden diese im Überobligatorium gutgeschrieben.

Wenn Sie hingegen Geld aus der Pensionskasse beziehen – etwa zur Wohneigentumsförderung (WEF) – so wird jeweils die Hälfte aus Obligatorium und Überobligatorium entnommen. 

Der Umwandlungssatz

Wie hoch die monatliche Altersrente aus der 2. Säule ausfällt, bestimmt der Umwandlungssatz. Für das Obligatorium definiert der Gesetzgeber den Mindestumwandlungssatz – aktuell 6.8 %. Mit der nächsten Gesetzesrevision soll er auf 6 % gesenkt werden, sofern nicht das Referendum dagegen ergriffen wird. 

Im Überobligatorium hat die Pensionskasse mehr Freiheiten: Sie kann den Umwandlungssatz für diesen Sparbetrag frei wählen. Ausserdem entscheidet die Pensionskasse, ob sie die beiden Sparbeträge aus Obligatorium und Überobligatorium gesplittet oder umhüllend in eine monatliche Rente umwandelt. 

Das gesplittete Modell sieht zwei unterschiedliche Umwandlungssätze vor. Beim umhüllenden Modell hingegen wird ein Umwandlungssatz für das gesamte Alterskapital angewandt. Die untenstehenden Beispiele zeigen: Auch wenn der Umwandlungssatz im umhüllenden Modell tiefer liegt, sind die gesetzlichen Mindestleistungen erfüllt.

Im gesplitteten Modell werden zwei Umwandlungssätze angewandt.
Im umhüllenden Modell wird ein einziger Umwandlungssatz angewandt. In diesem Beispiel fällt das zu Ungunsten der Arbeitnehmerin aus.

Entscheidungen mit Tragweite

Wie Sie sehen, können Ihre Entscheidungen rund um die Pensionskasse erhebliche Auswirkungen auf Ihr Leben im Alter haben. Setzen Sie sich frühzeitig damit auseinander, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Als unabhängige Vorsorgespezialistin beziehe ich auch die Vermögenswerte in der 3. Säule mit ein. Bei einer ganzheitlichen Beratung sollte schliesslich auch die Steueroptimierung nicht fehlen. 

Mehr Finanzwissen gibt es hier am 2. August 2022 – mit P wie Prinzipien. 

Finanzen von A bis Z: K wie «Kapital oder Rente?»

Was tun mit dem Pensionskassen-Guthaben?

Bereit für die Zukunft? Ob Sie Ihr Pensionskassen-Guthaben in Form von Kapital oder Rente beziehen: Die Entscheidung sollte zu Ihnen passen. (Foto: Freepik)

Eine schöne Seite des Lebens ist, dass man die eigene Einstellung immer wieder überdenken kann. Anders verhält es sich beim Bezug des Pensionskassen-Guthabens. Kapital oder Rente? Diese Entscheidung ist nicht zu widerrufen, und sie wirkt sich auf das ganze restliche Leben aus. Grund genug, sich einen Moment Zeit zu nehmen. 

Musse haben, durch die Welt reisen, Hobbys pflegen, Bücher lesen oder gar selber schreiben: Die Zeit nach der Pensionierung bietet unzählige Möglichkeiten. Damit Sie auskosten können, worauf Sie sich vielleicht heute schon freuen, schenken Sie einer Frage frühzeitig Ihre Aufmerksamkeit: Wie wollen Sie Ihr Guthaben aus der Pensionskasse später beziehen? 
Drei Wege stehen zur Wahl: eine lebenslange Rente, eine einmalige Auszahlung des angesparten Kapitals oder eine Mischform aus Rente und Kapital.

Eine Entscheidung fürs Leben
Warum die Beantwortung der Frage so wichtig ist: Sie beeinflusst das weitere Leben ab dem Zeitpunkt Ihrer Pensionierung massgeblich – und sie ist unwiderruflich. Frau tut also gut daran, sich früh mit der Frage auseinanderzusetzen, spätestens zum 60. Geburtstag. 

Auch zu bedenken: Wenn Sie freiwillige Einzahlungen in die Pensionskasse tätigen wollen, sollten Sie das bis spätestens drei Jahre vor Kapitalbezug tun. Möchten Sie später noch Geld einzahlen, halten Sie zuerst Rücksprache mit Ihrer kantonalen Steuerbehörde. So vermeiden Sie böse Überraschungen im Falle eines Kapitalbezugs. 

Für die drei Varianten habe ich Ihnen hier einige wichtige Punkte zusammengestellt:

Kapital

Wer fit im Umgang mit Geld ist, möchte sich das Pensionskassen-Guthaben möglicherweise als Kapital auszahlen lassen. Dabei wird einmalig eine Kapitalauszahlungssteuer fällig. Anschliessend ist man flexibel in der Wahl der Geldanlage. Riskante Spielereien sollte man dennoch vermeiden: Das Geld muss bis zum Lebensende reichen. Ein Vorteil dieser Variante: Das Kapital wird Teil des Vermögens und kann auch vererbt werden. Eine Witwer-/Witwenrente aus der 2. Säule ist nach einem vollständigen Kapitalbezug nicht vorgesehen. 

Rente

Der grosse Vorteil der lebenslangen Rente ist die Planungssicherheit. Der Umwandlungssatz, der zum Zeitpunkt der Pensionierung gilt, bleibt auch mit den Jahren gültig. So erhält man jeden Monat den gleichen Betrag und zahlt darauf die reguläre Einkommenssteuer. Allerdings nehmen die Pensionskassen nur in seltenen Fällen einen Teuerungsausgleich vor. Verstirbt die Rentenbezügerin, erhält der/die überlebende Ehepartner:in eine Witwer-/Witwenrente von mindestens 60 %. 

Mischform aus Kapital und Rente

Eine prüfenswerte Alternative ist die Mischform aus Kapital und Rente. Als Faustregel gilt: Die Renten aus der 1. und der 2. Säule sollten die Lebenshaltungskosten abdecken. Sofern ein Rest bleibt, kann dieser als Kapital bezogen werden. Rein rechtlich kann man bis zu einem Viertel des obligatorischen Pensionskassen-Guthabens als Kapital beziehen. Viele Pensionskassen ermöglichen die Hälfte oder mehr.

Fazit: Es gibt nicht DIE richtige oder falsche Wahl. Wenn Sie eine Entscheidung treffen möchten, die zu Ihnen passt, lassen Sie sich beraten. Eine unabhängige Beratung berücksichtigt Ihre Interessen – und nur Ihre. Das ist wertvoll, denn es geht darum, wie Sie den Rest Ihres Lebens verbringen. 

Mehr Finanzwissen gibt es hier am 7. Juni 2022 – mit L wie Lindt & Sprüngli. 

Finanzen von A bis Z: J wie Jobsharing

Was Sie wissen sollten, wenn Sie Teilzeit arbeiten

Teilzeitarbeit und Altersvorsorge: Das kann auch gut gehen. Wer sich aktiv darum kümmert, hat bessere Chancen. (Foto: Freepik)

Wer achtet beim Jobwechsel schon darauf, wie man in der Pensionskasse versichert ist? Vermutlich haben Sie Ihre Stelle aus anderen Gründen ausgewählt. Trotzdem ist es hilfreich, ein paar Dinge über Pensionskassen zu wissen – vor allem wenn man Teilzeit arbeitet.

Ob Sie ein Jobsharing-Modell gewählt haben oder Ihre Arbeit einfach in Teilzeit ausüben: Die berufliche Vorsorge ist ein Thema, dem frau ihre Aufmerksamkeit schenken sollte. Zwar hat der Rentenunterschied in der 2. Säule zwischen Männern und Frauen in den vergangenen Jahren leicht abgenommen. Dennoch verlassen sich gerade Frauen, die in Teilzeit arbeiten, häufig darauf, dass schon alles gut kommt – und laufen damit Gefahr, im Alter knapp bei Kasse zu sein. 

Was also tun? Erst einmal die entscheidenden Begriffe kennenlernen. Hier möchte ich zwei wichtige Kennzahlen vorstellen: die Eintrittsschwelle und den Koordinationsabzug.

1. Eintrittsschwelle

Der Eintrittsschwellenwert bezeichnet den Jahreslohn, den man mindestens erzielen muss, damit sich man als Angestellte:r überhaupt in einer Pensionskasse versichern kann. Aktuell liegt die Eintrittsschwelle bei CHF 21‘510. Für Angestellte ist der Anschluss an eine Pensionskasse dann obligatorisch.

Gut zu wissen: Wer bei zwei Arbeitgebern zusammen mindestens CHF 21‘510 verdient, kann sich freiwillig bei der Stiftung Auffangeinrichtung versichern.

2. Koordinationsabzug

Rechnen Sie von Ihrem Jahreslohn den Koordinationsabzug ab, erhalten Sie den Betrag, der in der Pensionskasse versichert ist. Bei diesem Koordinationsabzug wird nicht zwischen Teilzeit oder Vollzeit unterschieden. Speziell bei Teilzeitpensen ist dieser Abzug also überproportional hoch. Aktuell beträgt er CHF 25‘095.

Beispiel: 

Bei einem AHV-pflichtigen Jahreslohn von CHF 40‘000 sind CHF 14‘905 in der 2. Säule versichert. Das entspricht einem Wert von rund 37 %.

Nachfragen kostet nichts

Arbeitgeber haben die Möglichkeit einen BVG-Plan zu wählen, der den Koordinationsabzug dem Pensum anpasst. Wenn Sie Teilzeit arbeiten, erkundigen Sie sich bei Ihrem Unternehmen, was möglich ist. Falls Sie davor zurückschrecken, denken Sie an den alten «Sesamstrasse»-Leitsatz: «Wer nicht fragt, bleibt dumm.»

Nachzufragen lohnt sich auch, wenn Sie zwei unterschiedliche Teilzeitstellen haben, bei denen jeweils der volle Koordinationsabzug abgerechnet wird. Mit etwas Glück können beide Löhne über nur eine Pensionskasse versichert werden.

Sollte sich mit der Pensionskasse keine Lösung finden, empfehle ich Ihnen abzuklären, ob Sie genügend versichert sind oder gerade fürs Alter zusätzlich in der 3. Säule sparen können. 

Mehr Finanzwissen gibt es hier am 24. Mai 2022 – mit K wie Kapital oder Rente. 

Wünschen Sie sich mehr Durchblick in Finanzfragen? Dann bin ich ich gerne für Sie da.


Finanzen von A bis Z: H wie Honorar

Wie Selbstständige die Höhe Ihres Lohns steuern können

Als Inhaberin einer GmbH oder AG haben Sie’s in der Hand: Auch die ideale Lohnhöhe zählt zu den Gestaltungsmöglichkeiten. (Foto: freepik)

Halten Sie lieber die Steuern tief oder bevorzugen Sie einen hohen Lohn? Als Unternehmerin haben Sie die Qual der Wahl – sofern Sie die passende Unternehmensform gewählt haben.

Rund 40‘000 Unternehmen werden in der Schweiz jedes Jahr gegründet1. Eine bedeutende Frage dabei ist: Welche Unternehmensform wählen? Besonders beliebt scheinen Einzelunternehmen zu sein: Von den rund 600‘000 Unternehmen, welche die Statistik 2019 aufweist, waren rund 55 % Einzelunternehmen. Jeweils rund 20 % wurden als Aktiengesellschaften oder GmbH geführt2.

Beim Einzelunternehmen entspricht der Gewinn dem Einkommen. Bei einer AG oder einer GmbH hingegen kann die Lohnpolitik den Unternehmensgewinn massgeblich beeinflussen. 

Lohnhöhe: Entscheidung mit Tragweite

Als Gesellschafterin oder geschäftsführende Aktionärin haben Sie die Wahl: Beziehen Sie einen Teil des Gewinns als Lohn oder beziehen Sie lieber eine Dividende? Ihre Entscheidung wirkt sich gleich mehrfach aus. Ich greife hier zwei besonders relevante Punkte heraus:

  • Hier und jetzt: Tiefe Steuern
    Aus steuerlicher Sicht kann es interessant sein, einen tieferen Lohn und dafür eine höhere Dividende zu beziehen. Die Steuerlast im Unternehmen wird zwar höher sein, aber auf der privaten Seite durch das Teilbesteuerungsverfahren von Dividenden tiefer.
  • Im Fall der Fälle: Hilfreiche Sozialabgaben
    Je niedriger der ausbezahlte Lohn, desto niedriger die Sozialabgaben. 
    Das wiederum wirkt sich auf die Höhe Ihrer Rentenzahlungen aus. Wer grossen Wert auf Sicherheit legt, wird sich deswegen einen höheren Lohn auszahlen.

Es ist also eine Frage des Masshaltens: Bei einer allfälligen AHV-Revision wird eine überhöhte Dividendenauszahlung schwerlich akzeptiert und hat Nachzahlungen mit Verzugszinsen zur Folge. Wer auf Nummer sicher gehen will, zahlt sich einen Lohn aus, der mit der Verantwortung und dem Pensum in Ihrer Branche üblich ist.

Konkrete Zahlen für Ihr Unternehmen

Möchten Sie die Situation einmal mit Ihren eigenen Kennzahlen durchspielen? Schreiben Sie mir eine Mail an info@finanzberatung-flueckiger.ch. Ich sende Ihnen ein Excel-Sheet zu, mit dem Sie ausrechnen können, was die Auszahlung von Lohn oder Dividende für Ihre Steuerbelastung bedeutet. Hier schon einmal ein Rechenbeispiel.

Mehr Finanzwissen gibt es hier am 26. April 2022 – mit I wie Intransparenz. 

1Quelle: Bundesamt für Statistik: Unternehmensdemografie (Aufgerufen: 29.03.2022)

2Quelle: Bundesamt für Statistik: Aktivität, Rechtsform, regionale Verteilung (Aufgerufen: 29.03.2022)

Finanzen von A bis Z: F wie Familie absichern


Was Invalidität oder Todesfall für die Finanzen Ihrer Familie bedeutet

Verantwortung tragen: Die glücklichen Momente mit dem Nachwuchs geniessen und darüber die weniger glücklichen nicht ausblenden. (Foto: freepik)

An Invalidität oder Todesfall mag man nicht denken, wenn man eine Familie hat. Im Grunde gehen wir Tag für Tag vom Besten aus. Doch wie steht es um die Absicherung Ihrer Liebsten? Ernsthaft hinzuschauen, lohnt sich und gibt ein gutes Gefühl. 

Mit der Geburt eines Kindes verändert sich in finanzieller Hinsicht einiges – und dies nicht nur, weil die Eltern ihr Arbeitspensum vielleicht reduzieren. Auch die erbrechtliche Situation gestaltet sich unweigerlich neu. In einem ersten Schritt ist es ratsam, Grundsätzliches anzuschauen:

  • Im Konkubinat: 
    Wer ohne Trauschein eine Familie gründet, sollte sich Gedanken über die erbrechtliche Regelung machen – etwa in Form eines Testaments oder eines gemeinsamen Erbvertrags. Falls Sie schon ein Testament haben, lohnt es sich, dies bei der Familiengründung zu überprüfen. Unbedingt auch an die Vorsorgegelder denken.
  • Bei Ehepartnern:
    Durch eine Heirat sind einige Dinge schon geregelt, welche die Familie im Fall von Tod oder Invalidität absichern. Zu prüfen ist, ob ein Ehevertrag sinnvoll wäre. Falls schon ein Ehevertrag besteht, ist eine Anpassung denkbar, zum Beispiel mit der Errungenschaftsbeteilung zugunsten der überlebenden Partnerin oder des Partners. 

Sich einen Überblick verschaffen

Bevor Sie schliesslich über zusätzliche Optionen nachdenken, wie Sie Ihre Liebsten absichern können, verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre aktuelle Situation: Wie viel Geld hätte Ihre Familie zur Verfügung, wenn ein Elternteil durch Invalidität oder Tod ausfallen würde? 

  • 1. Säule: Invalidenrente
    Bei Ihrer kantonalen Ausgleichskasse können Sie in Erfahrung bringen, wie hoch Ihre persönliche IV-Rente wäre. (Eine Auflistung der kantonalen Ausgleichskassen finden Sie hier.)
  • 2. Säule: BVG und UVG 
    Wie viel Geld aus der 2. Säule zur Verfügung steht, hängt nicht allein von der Pensionskasse (PK) ab, sondern auch davon, ob Krankheit oder Unfall der Grund für eine Invalidität ist. Natürlich ist dies nur der Fall, wenn Sie in der 2. Säule versichert sind. Haben Sie Ihr PK-Geld auf einem Freizügigkeitskonto parkiert, ist dieser Punkt hinfällig.

Weitere Einkünfte und Vermögen

Vielleicht stellen Sie fest, dass die Einkünfte aus der 1. und 2. Säule den Lebensunterhalt der Familie nicht decken würden. Das bedeutet nicht automatisch, dass Sie unterversichert sind. Möglicherweise steuert die Partnerin oder der Partner ein Einkommen bei. Oder die Familie kann auf bereits vorhandenes Vermögen zurückgreifen. Jede Situation ist unterschiedlich.

Ihre persönliche Einstellung

Wie hoch der Lebensunterhalt sein sollte, ist eine Frage der persönlichen Einstellung. Manche Menschen schätzen die Wahrscheinlichkeit klein ein, dass so ein tragisches Ereignis passiert – und decken deswegen nur die Fixkosten ab. Im Ernstfall würden sie auf alles Luxuriöse verzichten. Zu dieser Gruppe zähle ich mich. 

Vielleicht gehören Sie aber auch zu jener Gruppe von Menschen, die sich sehr gut abgesichert wissen wollen, sodass es keine finanziellen Einschränkungen geben würde.

Jede Familie ist anders, und so sind auch die Lösungen sehr vielfältig. Auf jeden Fall lohnt es sich, die eigene Situation zu kennen. Denn es gibt einem ein gutes Gefühl, wenn man weiss, woran man ist.

Mehr Finanzwissen gibt es hier am 29. März 2022 – mit G wie Geldsegen. 


Ombudsstellen für Finanzdienstleistungen

Habt ihr gewusst, dass es Ombudsstellen auch für Finanzdienstleistungen gibt? Da wäre der Bankenombudsmann und der Versicherungsombudsmann. Ihre Beratung ist unentgeltlich. Wenn es also mal rechtliche Probleme geben sollte und man sich mit der Gegenpartei nicht einigen kann, darf man sich an den Ombudsmann wenden. Hier der Link mit allen möglichen Ombudsstellen:
Stand April 2020

Kennen Sie Ihr Pensionskassenreglement?

Die Erfahrung zeigt, dass die Wenigsten ihr Pensionskassenreglement kennen. Aber warum auch. Solange man keine Familie absichern muss und nicht vor der Pensionierung steht, ist das verständlich. Ihr spürt vielleicht auf was ich hinaus will. Ich möchte auf die Bedeutung der Pensionskassengelder aufmerksam machen.

a) Es ist wichtig zu wissen, wie man im Fall von Invalidität oder Tod selbst oder die Angehörigen abgesichert sind.

b) Im Fall der Pensionierung bieten einige Pensionskassen attraktive Varianten an. Zum Beispiel Teilpensionierung mit gestaffeltem Kapitalbezug (Steueroptimierung muss im Einzelfall angeschaut werden!!!). So oder so ist es eminent wichtig zu wissen, welche Möglichkeiten man hat und dafür muss man das Pensionskassenreglement kennen. Ich empfehle jedem sich spätestens mit 50 damit auseinander zu setzen. Dann hat man genügend Zeit um die richtigen Weichen zu stellen.

Falls eine genaue Berechnung zu verschiedenen Szenarien gewünscht wird, stehe ich gerne zur Verfügung. Eine Offerte kostet nichts.

Sandra Flückiger
Natel: 077 462 30 07
Mail: info(at)finanzberatung-flueckiger.ch

Einzahlung in die Pensionskasse Sinn oder Unsinn?

Heute herrscht ein allgemeiner Anlagenotstand: die Renditen auf Obligationen sind auf Tiefststand, die Volatilität in den Aktienmärkten hat deutlich zugenommen, Immobilienmärkte sind auf hohem Niveau und die Rohstoffpreise haben auch an Glanz verloren. In dieser Situation denkt man schnell über an eine Einzahlung in die Pensionskasse nach. Lohnt sich eine Einzahlung wirklich? Hier die Vor- und Nachteile kurz zusammengefasst:

Vorteile:

  • Steuerersparnisse
  • höhere Verzinsung als auf einem Sparkonto (hängt allerdings von der Verzinsung im Überobligatorium ab)
  • höhere Altersleistung
  • höhere Invaliditäts- und Todesfall-Leistungen, sofern die Leistungen vom Alterskapital (Beitragsprimat) berechnet werden und nicht vom versicherten Lohn

Nachteile:

  • Geld ist gebunden bis zur Pensionierung, ausser man hat Wohneigentum. Freiwillig einbezahlte Gelder können erst 3 oder sogar 5 Jahre später bezogen werden in Beziehung mit Wohneigentum.
  • Falls Reglement Leistungsprimat vorsieht, erhält man im Invaliditäts- und Todesfall keine höheren Leistungen, weil der versicherte Lohn massgebend ist und die einbezahlten Beiträge werden u.U. nicht ausbezahlt (abhängig vom Reglement).
  • Mögliche zukünftige Gesetzes- und/oder Reglementsänderungen

Aber bevor überhaupt eingezahlt werden kann, sollte abgeklärt werden wie hoch die Vorsorgelücke ist. Zudem müssen die gesetzlichen Einschränkungen beachtet werden:

  • Vorbezug für Wohneigentum muss zuerst wieder zurückbezahlt werden, bevor freiwillige Einzahlungen möglich sind
  • Falls anderweitig Freizügigkeitskapital vorhanden ist, muss dieses vom Einkaufsbetrag abgezogen werden; ebenfalls vom Einkaufsbetrag müssen Einzahlungen in die Säule 3a von früher Selbständigerwerbenden in Abzug gebracht werden, weil diese ebenfalls einen Teil der Vorsorgegelder im Rahmen der 2. Säule darstellen
  • Beim Zuzug aus dem Ausland gelten spezielle Vorschriften für den Einkauf in die Pensionskasse, allerdings nur in den ersten 5 Jahren seit dem Zuzug.

Entscheidungskriterien für Rente oder Kapitalbezug aus der Pensionskasse

Im Grundsatz gilt: Beziehe keine Rente, welche die Bedürfnisse respektive die monatlichen Ausgaben übersteigt.

Weitere Entscheidungskriterien:

  • Zur Person selber
    verheiratet, ledig oder im Konkubinat?
    Kinder vorhanden? Deren Alter?
    Altersunterschied zum Ehepartner?
    Lebenserwartung?
  • Zur Pensionskasse
    Höhe des möglichen Kapitalbezugs?
    Höhe des zu erwartenden Rentenumwandlungssatzes?
    Höhe der Leistungen für die Hinterbliebenen?
    Wie gut steht es um die finanzielle Situation der Pensionskasse?
    Ist der Ehepartner ebenfalls einer Pensionskasse angeschlossen?
  • Zum finanziellen Umfeld
    Ist Wohneigentum bereits vorhanden oder wird es zum Thema?
    Höhe des Steuerfusses in der Wohngemeinde? Grenzsteuersatz?
    Höhe der Kapitalauszahlungssteuer?
    Ist man vertraut mit Anlagen?
    Persönliche Erwartungshaltungen von den Finanzmärkten (Aktienkurse, Zinsen, Teuerung)
    Stehen grössere Investitionen an (Hobby, Liegenschaft)

Irgendwann müssen wir uns alle einmal für Rente oder Kapital entscheiden, oder vielleicht wird es ein Mix von beidem. Vielleicht können Sie bereits mit Hilfe dieser Entscheidungskriterien Ihre Wahl treffen. Vielleicht möchten Sie aber noch genau wissen wie es betragsmässig aussieht, dann nehmen Sie doch am besten Kontakt mit mir auf. Gerne zeige ich Ihnen die verschiedenen Möglichkeiten mit Zahlen auf.

Sandra Flückiger, Natel: 077 462 30 07 oder E-Mail: info(at)finanzberatung-flueckiger.ch