Welche Vorteile Selbständige aus der 2. Säule ziehen

Selbständigerwerbende in der Schweiz sind nicht dazu verpflichtet, sich einer Pensionskasse anzuschliessen. Sollte man es freiwillig tun? Was spricht dafür und wann sollte man eine andere Lösung suchen?
Kurz & bündig – das erfahren Sie hier:
- Wann sich eine Pensionskassen-Lösung für Einzelunternehmen lohnt,
- wo Sie einen Pensionskassen-Anschluss für Selbständige finden und
- wann die Einzahlung in die Pensionskasse (noch) nicht zielführend ist.
Die Sonnenseite der Selbständigkeit ist die Freiheit. Als Einzelunternehmerin können Sie tun und lassen, was Sie wollen – innerhalb des gesetzlichen Rahmens natürlich. So steht es Ihnen auch frei, wie Sie Ihre berufliche Vorsorge gestalten. Einzahlungen in die AHV sind obligatorisch; in die 2. und/oder 3. Säule zu investieren, ist ratsam – aber Selbständige entscheiden selbst.
Damit die Verantwortung dafür nicht allzu schwer wiegt, habe ich die stärksten Vorteile eines PK-Anschlusses für Selbständige zusammengetragen:
Vorteil Nr. 1: Sicherheit für die Familie
Besonders interessant ist eine Pensionskassen-Lösung für Unternehmerinnen, die schon eine gewisse Stabilität in ihrem Einkommen erreicht haben. Neben dem Geld fürs Alter bietet die Pensionskasse auch Ihrer Familie Sicherheit, sollte Ihnen etwas zustossen: Invalidenrente, Kinderrente und Witwer-/Witwenrente sind in der Pensionskasse inkludiert.
Vorteil Nr. 2: Deckungslücken füllen, Steuern sparen
Wer in die Pensionskasse einzahlt, kann einen hohen Betrag von den Steuern abziehen: Die Summe richtet sich nach den BVG-Altersbeiträgen – je nach Plan bis zu 25 % des versicherten Lohns. Ausserdem: Wer Deckungslücken hat und freiwillige Zahlungen leistet, spart zusätzlich.
Das ist besonders für Selbständige mit gutem Einkommen ein wichtiger Faktor. In guten Geschäftsjahren können so hohe Beträge steueroptimiert angelegt werden.
Vorteil Nr. 3: Vermögensaufbau ohne Wenn und Aber
Ein Risiko, dem sich viele Selbständige aussetzen: Sie geben ihr Einkommen aus, investieren es ins Geschäft oder lassen es mit niedrigen Zinsen auf einem Konto liegen. Ein Verhalten, das schnell zu Verlusten führt. Der Vermögensaufbau fürs Alter wird so entweder verschoben oder klein gehalten. Wer an eine Pensionskasse angeschlossen ist, stärkt sein Altersvermögen jedes Jahr automatisch.
Dazu kommt: Die Zinsen in der Pensionskasse sind in der Regel höher als auf einem Freizügigkeitskonto. Die gesetzliche Mindestvorgabe für das obligatorische Kapital beträgt aktuell 1.25 Prozent, doch es können durchaus mehr sein: 2025 gewähren die Pensionskassen bis zu 7.25 Prozent – oder sogar mehr. Zum Vergleich: Bei Freizügigkeitskonten bewegte sich der Zins in den vergangenen fünf Jahren zwischen 0.053 und 0.599 Prozent.
Vorteil Nr. 4: Flexibilität
«Mit einer Pensionskasse muss ich jedes Jahr einen fixen Betrag einzahlen, ob ich will oder nicht»: Dieser Gedanke dürfte viele Selbständige davon abhalten, in die 2. Säule zu investieren. Verständlich – und gelegentlich auch ein Denkfehler.
Wer Grosses vorhat, kann im Falle eines Falles seine Pensionskassengelder vorzeitig beziehen: Diese Spezialregelung besteht nicht nur, wenn Sie sich ein Haus kaufen wollen. Auch wenn Sie die Schweiz verlassen, um sich ausserhalb der EU niederzulassen, ist ein Vorbezug möglich.
Übrigens: PK-Guthaben lässt sich mehrheitlich schon ab 58 Jahren beziehen; das Geld auf einem Freizügigkeitskonto frühestens fünf Jahre vor dem ordentlichen Pensionsalter.
Wie schliesse ich mich einer PK an?
- Wenn Sie kein Personal beschäftigen, stehen Ihnen die Stiftung Auffangeinrichtung BVG sowie die Pensionskassen verschiedener Berufsverbände offen.
- Wenn Sie Angestellte haben: Einige Pensionskassen bieten die Möglichkeit, dass auch die Firmeninhaberin sich dort anschliesst.
Lohnt sich die Pensionskasse immer?
Man sollte meinen, ein Anschluss an die Pensionskasse wäre immer sinnvoll. Ich sage: Jein. Es gibt auch Gründe, ohne Pensionskasse vorzusorgen.
Wer etwa Geld in die Säule 3a einzahlt und darüber hinaus selbst anlegt, spart Risikokosten. Allerdings verzichtet man dann auch auf die Versicherungsleistungen, welche eine PK beinhaltet.
Ein weiterer Grund dagegen: Gerade im Anfangsstadium einer selbständigen Tätigkeit ist es ratsam, noch zuzuwarten und auf die Altersvorsorge in der Säule 3a zu setzen. Wer frisch gegründet hat, hat meist noch zu wenig Sicherheit, um regelmässige Zahlungen an die Pensionskasse zu leisten.
Wichtig ist es, dann nicht den Einstieg zu verpassen. Am besten beurteilen Sie die Situation ab dem zweiten Geschäftsjahr regelmässig. Richten Sie sich dazu einen verbindlichen Termin ein – mit sich selbst oder in einer externen Beratung.
Finanzberatung, von Mensch zu Mensch
Ob Pensionskasse, Säule 3a oder Anlagethemen: Ich bin für Sie da und unterstütze Sie auf Ihrem Weg zu mehr finanzieller Freiheit.
Kontaktieren Sie mich für einen Austausch. Unverbindlich und von Frau zu Frau: info@finanzberatung-flueckiger.ch oder +41 77 462 30 07.