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Finanzen von A bis Z: K wie «Kapital oder Rente?»

Was tun mit dem Pensionskassen-Guthaben?

Bereit für die Zukunft? Ob Sie Ihr Pensionskassen-Guthaben in Form von Kapital oder Rente beziehen: Die Entscheidung sollte zu Ihnen passen. (Foto: Freepik)

Eine schöne Seite des Lebens ist, dass man die eigene Einstellung immer wieder überdenken kann. Anders verhält es sich beim Bezug des Pensionskassen-Guthabens. Kapital oder Rente? Diese Entscheidung ist nicht zu widerrufen, und sie wirkt sich auf das ganze restliche Leben aus. Grund genug, sich einen Moment Zeit zu nehmen. 

Musse haben, durch die Welt reisen, Hobbys pflegen, Bücher lesen oder gar selber schreiben: Die Zeit nach der Pensionierung bietet unzählige Möglichkeiten. Damit Sie auskosten können, worauf Sie sich vielleicht heute schon freuen, schenken Sie einer Frage frühzeitig Ihre Aufmerksamkeit: Wie wollen Sie Ihr Guthaben aus der Pensionskasse später beziehen? 
Drei Wege stehen zur Wahl: eine lebenslange Rente, eine einmalige Auszahlung des angesparten Kapitals oder eine Mischform aus Rente und Kapital.

Eine Entscheidung fürs Leben
Warum die Beantwortung der Frage so wichtig ist: Sie beeinflusst das weitere Leben ab dem Zeitpunkt Ihrer Pensionierung massgeblich – und sie ist unwiderruflich. Frau tut also gut daran, sich früh mit der Frage auseinanderzusetzen, spätestens zum 60. Geburtstag. 

Auch zu bedenken: Wenn Sie freiwillige Einzahlungen in die Pensionskasse tätigen wollen, sollten Sie das bis spätestens drei Jahre vor Kapitalbezug tun. Möchten Sie später noch Geld einzahlen, halten Sie zuerst Rücksprache mit Ihrer kantonalen Steuerbehörde. So vermeiden Sie böse Überraschungen im Falle eines Kapitalbezugs. 

Für die drei Varianten habe ich Ihnen hier einige wichtige Punkte zusammengestellt:

Kapital

Wer fit im Umgang mit Geld ist, möchte sich das Pensionskassen-Guthaben möglicherweise als Kapital auszahlen lassen. Dabei wird einmalig eine Kapitalauszahlungssteuer fällig. Anschliessend ist man flexibel in der Wahl der Geldanlage. Riskante Spielereien sollte man dennoch vermeiden: Das Geld muss bis zum Lebensende reichen. Ein Vorteil dieser Variante: Das Kapital wird Teil des Vermögens und kann auch vererbt werden. Eine Witwer-/Witwenrente aus der 2. Säule ist nach einem vollständigen Kapitalbezug nicht vorgesehen. 

Rente

Der grosse Vorteil der lebenslangen Rente ist die Planungssicherheit. Der Umwandlungssatz, der zum Zeitpunkt der Pensionierung gilt, bleibt auch mit den Jahren gültig. So erhält man jeden Monat den gleichen Betrag und zahlt darauf die reguläre Einkommenssteuer. Allerdings nehmen die Pensionskassen nur in seltenen Fällen einen Teuerungsausgleich vor. Verstirbt die Rentenbezügerin, erhält der/die überlebende Ehepartner:in eine Witwer-/Witwenrente von mindestens 60 %. 

Mischform aus Kapital und Rente

Eine prüfenswerte Alternative ist die Mischform aus Kapital und Rente. Als Faustregel gilt: Die Renten aus der 1. und der 2. Säule sollten die Lebenshaltungskosten abdecken. Sofern ein Rest bleibt, kann dieser als Kapital bezogen werden. Rein rechtlich kann man bis zu einem Viertel des obligatorischen Pensionskassen-Guthabens als Kapital beziehen. Viele Pensionskassen ermöglichen die Hälfte oder mehr.

Fazit: Es gibt nicht DIE richtige oder falsche Wahl. Wenn Sie eine Entscheidung treffen möchten, die zu Ihnen passt, lassen Sie sich beraten. Eine unabhängige Beratung berücksichtigt Ihre Interessen – und nur Ihre. Das ist wertvoll, denn es geht darum, wie Sie den Rest Ihres Lebens verbringen. 

Mehr Finanzwissen gibt es hier am 7. Juni 2022 – mit L wie Lindt & Sprüngli. 

Finanzen von A bis Z: J wie Jobsharing

Was Sie wissen sollten, wenn Sie Teilzeit arbeiten

Teilzeitarbeit und Altersvorsorge: Das kann auch gut gehen. Wer sich aktiv darum kümmert, hat bessere Chancen. (Foto: Freepik)

Wer achtet beim Jobwechsel schon darauf, wie man in der Pensionskasse versichert ist? Vermutlich haben Sie Ihre Stelle aus anderen Gründen ausgewählt. Trotzdem ist es hilfreich, ein paar Dinge über Pensionskassen zu wissen – vor allem wenn man Teilzeit arbeitet.

Ob Sie ein Jobsharing-Modell gewählt haben oder Ihre Arbeit einfach in Teilzeit ausüben: Die berufliche Vorsorge ist ein Thema, dem frau ihre Aufmerksamkeit schenken sollte. Zwar hat der Rentenunterschied in der 2. Säule zwischen Männern und Frauen in den vergangenen Jahren leicht abgenommen. Dennoch verlassen sich gerade Frauen, die in Teilzeit arbeiten, häufig darauf, dass schon alles gut kommt – und laufen damit Gefahr, im Alter knapp bei Kasse zu sein. 

Was also tun? Erst einmal die entscheidenden Begriffe kennenlernen. Hier möchte ich zwei wichtige Kennzahlen vorstellen: die Eintrittsschwelle und den Koordinationsabzug.

1. Eintrittsschwelle

Der Eintrittsschwellenwert bezeichnet den Jahreslohn, den man mindestens erzielen muss, damit sich man als Angestellte:r überhaupt in einer Pensionskasse versichern kann. Aktuell liegt die Eintrittsschwelle bei CHF 21‘510. Für Angestellte ist der Anschluss an eine Pensionskasse dann obligatorisch.

Gut zu wissen: Wer bei zwei Arbeitgebern zusammen mindestens CHF 21‘510 verdient, kann sich freiwillig bei der Stiftung Auffangeinrichtung versichern.

2. Koordinationsabzug

Rechnen Sie von Ihrem Jahreslohn den Koordinationsabzug ab, erhalten Sie den Betrag, der in der Pensionskasse versichert ist. Bei diesem Koordinationsabzug wird nicht zwischen Teilzeit oder Vollzeit unterschieden. Speziell bei Teilzeitpensen ist dieser Abzug also überproportional hoch. Aktuell beträgt er CHF 25‘095.

Beispiel: 

Bei einem AHV-pflichtigen Jahreslohn von CHF 40‘000 sind CHF 14‘905 in der 2. Säule versichert. Das entspricht einem Wert von rund 37 %.

Nachfragen kostet nichts

Arbeitgeber haben die Möglichkeit einen BVG-Plan zu wählen, der den Koordinationsabzug dem Pensum anpasst. Wenn Sie Teilzeit arbeiten, erkundigen Sie sich bei Ihrem Unternehmen, was möglich ist. Falls Sie davor zurückschrecken, denken Sie an den alten «Sesamstrasse»-Leitsatz: «Wer nicht fragt, bleibt dumm.»

Nachzufragen lohnt sich auch, wenn Sie zwei unterschiedliche Teilzeitstellen haben, bei denen jeweils der volle Koordinationsabzug abgerechnet wird. Mit etwas Glück können beide Löhne über nur eine Pensionskasse versichert werden.

Sollte sich mit der Pensionskasse keine Lösung finden, empfehle ich Ihnen abzuklären, ob Sie genügend versichert sind oder gerade fürs Alter zusätzlich in der 3. Säule sparen können. 

Mehr Finanzwissen gibt es hier am 24. Mai 2022 – mit K wie Kapital oder Rente. 

Wünschen Sie sich mehr Durchblick in Finanzfragen? Dann bin ich ich gerne für Sie da.