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Finanzen von A bis Z: I wie Intransparenz

Gebühren bei der Geldanlage verstehen

Gebühren im Griff? Damit Ihr Geld in Ihrem Sinne arbeiten kann, lohnt es sich, vorab die Grundlagen zu checken. (Foto: Freepik)

Geldanlage hat mit bewussten Entscheidungen zu tun, und die benötigen eine saubere Grundlage. Man wird kaum darum herumkommen, Gebühren miteinander zu vergleichen. Denn auf lange Sicht können diese einen enormen Unterschied machen. 

Wer im Supermarkt Schokolade kaufen möchte, hat es nicht leicht: Da gibt es die Tafeln mit Haselnüssen, mit Milch, in Bioqualität, fair produziert, mit Zucker und ohne. Ganz zu schweigen von den Pralinés. Am Ende entscheidet man sich wohl für das, was einen gerade am meisten gluschtet. Anders ist es bei Finanzprodukten. Da sieht man auf den ersten Blick kaum Unterschiede, und so landet man schliesslich beim Vergleich der Gebühren. 

Es fängt schon beim einfachen Lohnkonto an: Die einen bieten ein nacktes Konto an, während andere hübsche Päckchen mit Konto, Debitkarte und Kreditkarte schnüren. Ein Vergleich kann aufwändig werden. Wenn es dann um höhere Geldbeträge und eine langfristige Lösung geht, sollte man diesen Aufwand nicht scheuen. Am besten überlegt man sich gleich zu Beginn, wo denn die eigenen Prioritäten liegen – und startet den Gebührenvergleich erst dann. Zwei Beispiele aus dem echten Leben.

Gebührenbeispiel 1: Anlagefonds

Wer mit einem bestimmten Anlagefonds liebäugelt, sollte das Factsheet genau anschauen. Die entscheidende Kennzahl ist der TER (Total Expense Ratio). Diese Gesamtkostenquote gibt an, wie viele Prozent des Fondsvermögens jedes Jahr als Gebühren anfallen. Nicht enthalten sind die Transaktionskosten, die entstehen, wenn der Fonds Wertschriften kauft oder verkauft. 

Einige Anbieter weisen nur die Verwaltungskosten aus und bleiben intransparent, wenn es zum Beispiel um Vertriebskosten geht. Auch bei Umbrella Fonds sollte man genauer hinsehen. Unter einem grossen Schirm-Fonds befinden sich mehrere Unter-Fonds. Den Durchblick über die Gebühren zu bekommen, ist bei den Umbrella Fonds sehr aufwändig. Deshalb empfehle ich ETFs, welche direkt in Wertpapiere investieren und auch physisch repliziert sind.

Gebührenbeispiel 2: 3. Säule

Wer mich kennt, weiss, dass ich Versicherungslösungen in der 3. Säule kritisch gegenüberstehe – unter anderem weil die Kosten hier häufig nicht transparent ausgewiesen sind. Warum? Hier werden zwei Bereiche miteinander vermengt, die man eigentlich getrennt angehen sollte: Sparen und Risiko – das eine bei der Bank, das andere bei der Versicherung.

Zum Vorsorgesparen wendet man sich am besten tatsächlich an eine Bank. In Sachen Kostentransparenz gibt es heute hier sehr innovative Produkte. Wer eine Risikoversicherung gegen Invalidität und Tod separat abschliesst, sieht die Kosten dafür transparent. Zudem kann man eine solche Versicherung auflösen oder verändern, in der Regel ohne zusätzliche Kosten. 

Mehr Finanzwissen gibt es hier am 10. Mai 2022 – mit J wie Jobsharing. 


Konkrete Produkte vergleichen
Ob Anlage oder 3. Säule: Wenn Sie sich den Durchblick bei konkreten Produkten wünschen, kommen Sie auf mich zu. Ich zeige Ihnen gern persönlich, worauf Sie achten sollten.  

Finanzen von A bis Z: H wie Honorar

Wie Selbstständige die Höhe Ihres Lohns steuern können

Als Inhaberin einer GmbH oder AG haben Sie’s in der Hand: Auch die ideale Lohnhöhe zählt zu den Gestaltungsmöglichkeiten. (Foto: freepik)

Halten Sie lieber die Steuern tief oder bevorzugen Sie einen hohen Lohn? Als Unternehmerin haben Sie die Qual der Wahl – sofern Sie die passende Unternehmensform gewählt haben.

Rund 40‘000 Unternehmen werden in der Schweiz jedes Jahr gegründet1. Eine bedeutende Frage dabei ist: Welche Unternehmensform wählen? Besonders beliebt scheinen Einzelunternehmen zu sein: Von den rund 600‘000 Unternehmen, welche die Statistik 2019 aufweist, waren rund 55 % Einzelunternehmen. Jeweils rund 20 % wurden als Aktiengesellschaften oder GmbH geführt2.

Beim Einzelunternehmen entspricht der Gewinn dem Einkommen. Bei einer AG oder einer GmbH hingegen kann die Lohnpolitik den Unternehmensgewinn massgeblich beeinflussen. 

Lohnhöhe: Entscheidung mit Tragweite

Als Gesellschafterin oder geschäftsführende Aktionärin haben Sie die Wahl: Beziehen Sie einen Teil des Gewinns als Lohn oder beziehen Sie lieber eine Dividende? Ihre Entscheidung wirkt sich gleich mehrfach aus. Ich greife hier zwei besonders relevante Punkte heraus:

  • Hier und jetzt: Tiefe Steuern
    Aus steuerlicher Sicht kann es interessant sein, einen tieferen Lohn und dafür eine höhere Dividende zu beziehen. Die Steuerlast im Unternehmen wird zwar höher sein, aber auf der privaten Seite durch das Teilbesteuerungsverfahren von Dividenden tiefer.
  • Im Fall der Fälle: Hilfreiche Sozialabgaben
    Je niedriger der ausbezahlte Lohn, desto niedriger die Sozialabgaben. 
    Das wiederum wirkt sich auf die Höhe Ihrer Rentenzahlungen aus. Wer grossen Wert auf Sicherheit legt, wird sich deswegen einen höheren Lohn auszahlen.

Es ist also eine Frage des Masshaltens: Bei einer allfälligen AHV-Revision wird eine überhöhte Dividendenauszahlung schwerlich akzeptiert und hat Nachzahlungen mit Verzugszinsen zur Folge. Wer auf Nummer sicher gehen will, zahlt sich einen Lohn aus, der mit der Verantwortung und dem Pensum in Ihrer Branche üblich ist.

Konkrete Zahlen für Ihr Unternehmen

Möchten Sie die Situation einmal mit Ihren eigenen Kennzahlen durchspielen? Schreiben Sie mir eine Mail an info@finanzberatung-flueckiger.ch. Ich sende Ihnen ein Excel-Sheet zu, mit dem Sie ausrechnen können, was die Auszahlung von Lohn oder Dividende für Ihre Steuerbelastung bedeutet. Hier schon einmal ein Rechenbeispiel.

Mehr Finanzwissen gibt es hier am 26. April 2022 – mit I wie Intransparenz. 

1Quelle: Bundesamt für Statistik: Unternehmensdemografie (Aufgerufen: 29.03.2022)

2Quelle: Bundesamt für Statistik: Aktivität, Rechtsform, regionale Verteilung (Aufgerufen: 29.03.2022)