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Finanzen von A bis Z: M wie mitreden

Buchtipps rund ums Geld

Wann ist ein guter Zeitpunkt, um über Geld zu reden? Eigentlich immer. (Foto: Freepik)

Mit wem sprechen Sie über Ihr Geld? Tun Sie es überhaupt? Für die Sommerzeit hier zwei Bücher, mit denen Sie Ihr Finanzwissen vertiefen können. Denn Sachkenntnis erleichtert Gespräche über Geld, auch wenn es vielleicht ein emotionales Thema ist.

«Über Geld spricht man nicht, das hat man einfach.» Diesem Satz sind Sie sicher auch schon begegnet. Aus meiner Erfahrung spricht man immer dann gern über Anlagen, wenn die Geschäfte gerade gut laufen – im Moment also weniger. Die Aktienmärkte erleben turbulente Zeiten, die Gewinne sind so schnell verflogen, dass man kaum Musse findet, darüber zu sprechen. 

Schwankungen am Markt nutzen

Sorglos können jetzt jene sein, die ihre Anlagen gut diversifiziert  haben. Oder Sie nutzen die hohe Volatilität zu Ihrem Vorteil. Da bieten sich viele Möglichkeiten:

  • Puts oder Calls verkaufen
  • In strukturierte Produkte investieren (z. B. Barrier Reverse Convertible)
  • Bei genügend Liquidität: eigene Positionen aufbauen

Egal was Sie tun: Verfolgen Sie Ihre Anlagestrategie und -taktik  konsequent. Und investieren Sie nur in Dinge, die Sie verstehen. Um Ihr Finanzwissen zu erweitern, empfehle ich zwei Bücher:

«Trading für Dummies» von Karin Roller

Wenn Sie sich intensiver mit Geldanlagen auseinandersetzen möchten, finden Sie hier eine gute Mischung aus allgemeinen Informationen und Details. Karin Roller kratzt nicht nur an der Oberfläche, sie geht aber auch nicht zu tief in die Materie. Die Texte lesen sich flüssig, man erfährt viel Wissenswertes über Börse und Anlagen.

«Frauenpower in Finanzfragen» von Corin Ballhaus

Ein Buch über Finanzen im Allgemeinen und speziell abgestimmt auf weibliche Erwerbsbiografien. Hier bekommen Sie wertvolle Informationen und Tipps für alle Lebenslagen, damit Sie gut informiert eigene Entscheidungen treffen können.

Lust, über Geld zu sprechen? Ich unterstütze Sie gern, wenn Sie Ihre Situation überprüfen möchten und sich eine kompetente Gesprächspartnerin wünschen.

Mehr Finanzwissen gibt es hier am 5. Juli 2022 – mit N wie Neubau. 


Finanzen von A bis Z: L wie Lindt & Sprüngli

Worauf Sie bei Mitarbeiteraktien achten sollten

In guten wie in schlechten Zeiten? Ein Klumpenrisiko kann es auch bei Mitarbeiteraktien geben. (Foto: Freepik)

Neben dem regulären Lohn bieten viele börsenkotierte Unternehmen ihren Mitarbeitenden eine Beteiligung in Form von Aktien an. Woran Sie denken sollten, damit Ihr Engagement zur Erfolgsgeschichte wird, erfahren Sie hier. 

Stellen Sie sich vor: Sie arbeiten bei einem Unternehmen mit brillanten Zukunftsaussichten. Sie stehen zu 100% hinter dem Produkt Ihrer Arbeitgeberin – und nun bekommen Sie die Möglichkeit, einen Teil Ihres Lohns in Form von Mitarbeiteraktien zu beziehen. Vielleicht mit einem grosszügigen Rabatt, vielleicht auch unentgeltlich. Was für ein verlockendes Angebot!

Mehr Motivation im Alltag
Sie können sich denken, dass der Erwerb dieser Aktien Ihren Elan im Büro und Ihre Begeisterung für die Firma weiter steigen lässt. Wenn das Unternehmen auch nur annähernd so erfolgreich ist wie Lindt & Sprüngli – der Aktienwert beträgt +/- CHF 100‘000 – hat sich dieser Handel für Sie bestimmt gelohnt. 

Geldanlage mit Vorteilen
Wir fantasieren weiter: Aufgrund Ihrer Begeisterung ergänzen Sie Ihr Portfolio jedes Jahr mit neuen Mitarbeiteraktien. Ihr Vermögen wächst, und auch in steuerlicher Hinsicht sind Sie zufrieden: Da Ihre Aktien eine Sperrfrist von mehreren Jahren haben, ist Ihr Steuersatz erst einmal reduziert. Und als Aktionärin sind Sie direkt am Unternehmenskapital beteiligt. In gewisser Hinsicht sind Sie sogar Ihre eigene Chefin.

Der Haken: fehlende Diversifikation
Wenn es gut läuft, steigen die Aktienwerte in den Himmel und Sie verdienen sich eine goldene Nase. Im schlimmsten Fall aber verliert man bei einem schlechten Geschäftsgang nicht nur die Stelle, sondern auch das Vermögen. Derartiges mussten zahlreiche Swissair-Angestellte im Zuge des Grounding erleben. 
Denn was bei einer solchen Erfolgsgeschichte schnell vergessen geht, ist die Diversifikation – der Grundpfeiler einer erfolgreichen Geldanlage. So loyal Sie Ihrer eigenen Arbeitgeberin gegenüber auch sein mögen: Das Aktienportfolio sollte zu Ihrem Risikoprofil passen und nicht nur zum Unternehmen, das Sie anstellt.

Sie suchen Tipps und Tricks zur Geldanlage?

Im Factsheet erfahren Sie mehr (kostenloser Download).

Mehr Finanzwissen gibt es hier am 21. Juni 2022 – mit M wie mitreden. 

Finanzen von A bis Z: K wie «Kapital oder Rente?»

Was tun mit dem Pensionskassen-Guthaben?

Bereit für die Zukunft? Ob Sie Ihr Pensionskassen-Guthaben in Form von Kapital oder Rente beziehen: Die Entscheidung sollte zu Ihnen passen. (Foto: Freepik)

Eine schöne Seite des Lebens ist, dass man die eigene Einstellung immer wieder überdenken kann. Anders verhält es sich beim Bezug des Pensionskassen-Guthabens. Kapital oder Rente? Diese Entscheidung ist nicht zu widerrufen, und sie wirkt sich auf das ganze restliche Leben aus. Grund genug, sich einen Moment Zeit zu nehmen. 

Musse haben, durch die Welt reisen, Hobbys pflegen, Bücher lesen oder gar selber schreiben: Die Zeit nach der Pensionierung bietet unzählige Möglichkeiten. Damit Sie auskosten können, worauf Sie sich vielleicht heute schon freuen, schenken Sie einer Frage frühzeitig Ihre Aufmerksamkeit: Wie wollen Sie Ihr Guthaben aus der Pensionskasse später beziehen? 
Drei Wege stehen zur Wahl: eine lebenslange Rente, eine einmalige Auszahlung des angesparten Kapitals oder eine Mischform aus Rente und Kapital.

Eine Entscheidung fürs Leben
Warum die Beantwortung der Frage so wichtig ist: Sie beeinflusst das weitere Leben ab dem Zeitpunkt Ihrer Pensionierung massgeblich – und sie ist unwiderruflich. Frau tut also gut daran, sich früh mit der Frage auseinanderzusetzen, spätestens zum 60. Geburtstag. 

Auch zu bedenken: Wenn Sie freiwillige Einzahlungen in die Pensionskasse tätigen wollen, sollten Sie das bis spätestens drei Jahre vor Kapitalbezug tun. Möchten Sie später noch Geld einzahlen, halten Sie zuerst Rücksprache mit Ihrer kantonalen Steuerbehörde. So vermeiden Sie böse Überraschungen im Falle eines Kapitalbezugs. 

Für die drei Varianten habe ich Ihnen hier einige wichtige Punkte zusammengestellt:

Kapital

Wer fit im Umgang mit Geld ist, möchte sich das Pensionskassen-Guthaben möglicherweise als Kapital auszahlen lassen. Dabei wird einmalig eine Kapitalauszahlungssteuer fällig. Anschliessend ist man flexibel in der Wahl der Geldanlage. Riskante Spielereien sollte man dennoch vermeiden: Das Geld muss bis zum Lebensende reichen. Ein Vorteil dieser Variante: Das Kapital wird Teil des Vermögens und kann auch vererbt werden. Eine Witwer-/Witwenrente aus der 2. Säule ist nach einem vollständigen Kapitalbezug nicht vorgesehen. 

Rente

Der grosse Vorteil der lebenslangen Rente ist die Planungssicherheit. Der Umwandlungssatz, der zum Zeitpunkt der Pensionierung gilt, bleibt auch mit den Jahren gültig. So erhält man jeden Monat den gleichen Betrag und zahlt darauf die reguläre Einkommenssteuer. Allerdings nehmen die Pensionskassen nur in seltenen Fällen einen Teuerungsausgleich vor. Verstirbt die Rentenbezügerin, erhält der/die überlebende Ehepartner:in eine Witwer-/Witwenrente von mindestens 60 %. 

Mischform aus Kapital und Rente

Eine prüfenswerte Alternative ist die Mischform aus Kapital und Rente. Als Faustregel gilt: Die Renten aus der 1. und der 2. Säule sollten die Lebenshaltungskosten abdecken. Sofern ein Rest bleibt, kann dieser als Kapital bezogen werden. Rein rechtlich kann man bis zu einem Viertel des obligatorischen Pensionskassen-Guthabens als Kapital beziehen. Viele Pensionskassen ermöglichen die Hälfte oder mehr.

Fazit: Es gibt nicht DIE richtige oder falsche Wahl. Wenn Sie eine Entscheidung treffen möchten, die zu Ihnen passt, lassen Sie sich beraten. Eine unabhängige Beratung berücksichtigt Ihre Interessen – und nur Ihre. Das ist wertvoll, denn es geht darum, wie Sie den Rest Ihres Lebens verbringen. 

Mehr Finanzwissen gibt es hier am 7. Juni 2022 – mit L wie Lindt & Sprüngli. 

Finanzen von A bis Z: J wie Jobsharing

Was Sie wissen sollten, wenn Sie Teilzeit arbeiten

Teilzeitarbeit und Altersvorsorge: Das kann auch gut gehen. Wer sich aktiv darum kümmert, hat bessere Chancen. (Foto: Freepik)

Wer achtet beim Jobwechsel schon darauf, wie man in der Pensionskasse versichert ist? Vermutlich haben Sie Ihre Stelle aus anderen Gründen ausgewählt. Trotzdem ist es hilfreich, ein paar Dinge über Pensionskassen zu wissen – vor allem wenn man Teilzeit arbeitet.

Ob Sie ein Jobsharing-Modell gewählt haben oder Ihre Arbeit einfach in Teilzeit ausüben: Die berufliche Vorsorge ist ein Thema, dem frau ihre Aufmerksamkeit schenken sollte. Zwar hat der Rentenunterschied in der 2. Säule zwischen Männern und Frauen in den vergangenen Jahren leicht abgenommen. Dennoch verlassen sich gerade Frauen, die in Teilzeit arbeiten, häufig darauf, dass schon alles gut kommt – und laufen damit Gefahr, im Alter knapp bei Kasse zu sein. 

Was also tun? Erst einmal die entscheidenden Begriffe kennenlernen. Hier möchte ich zwei wichtige Kennzahlen vorstellen: die Eintrittsschwelle und den Koordinationsabzug.

1. Eintrittsschwelle

Der Eintrittsschwellenwert bezeichnet den Jahreslohn, den man mindestens erzielen muss, damit sich man als Angestellte:r überhaupt in einer Pensionskasse versichern kann. Aktuell liegt die Eintrittsschwelle bei CHF 21‘510. Für Angestellte ist der Anschluss an eine Pensionskasse dann obligatorisch.

Gut zu wissen: Wer bei zwei Arbeitgebern zusammen mindestens CHF 21‘510 verdient, kann sich freiwillig bei der Stiftung Auffangeinrichtung versichern.

2. Koordinationsabzug

Rechnen Sie von Ihrem Jahreslohn den Koordinationsabzug ab, erhalten Sie den Betrag, der in der Pensionskasse versichert ist. Bei diesem Koordinationsabzug wird nicht zwischen Teilzeit oder Vollzeit unterschieden. Speziell bei Teilzeitpensen ist dieser Abzug also überproportional hoch. Aktuell beträgt er CHF 25‘095.

Beispiel: 

Bei einem AHV-pflichtigen Jahreslohn von CHF 40‘000 sind CHF 14‘905 in der 2. Säule versichert. Das entspricht einem Wert von rund 37 %.

Nachfragen kostet nichts

Arbeitgeber haben die Möglichkeit einen BVG-Plan zu wählen, der den Koordinationsabzug dem Pensum anpasst. Wenn Sie Teilzeit arbeiten, erkundigen Sie sich bei Ihrem Unternehmen, was möglich ist. Falls Sie davor zurückschrecken, denken Sie an den alten «Sesamstrasse»-Leitsatz: «Wer nicht fragt, bleibt dumm.»

Nachzufragen lohnt sich auch, wenn Sie zwei unterschiedliche Teilzeitstellen haben, bei denen jeweils der volle Koordinationsabzug abgerechnet wird. Mit etwas Glück können beide Löhne über nur eine Pensionskasse versichert werden.

Sollte sich mit der Pensionskasse keine Lösung finden, empfehle ich Ihnen abzuklären, ob Sie genügend versichert sind oder gerade fürs Alter zusätzlich in der 3. Säule sparen können. 

Mehr Finanzwissen gibt es hier am 24. Mai 2022 – mit K wie Kapital oder Rente. 

Wünschen Sie sich mehr Durchblick in Finanzfragen? Dann bin ich ich gerne für Sie da.


Finanzen von A bis Z: I wie Intransparenz

Gebühren bei der Geldanlage verstehen

Gebühren im Griff? Damit Ihr Geld in Ihrem Sinne arbeiten kann, lohnt es sich, vorab die Grundlagen zu checken. (Foto: Freepik)

Geldanlage hat mit bewussten Entscheidungen zu tun, und die benötigen eine saubere Grundlage. Man wird kaum darum herumkommen, Gebühren miteinander zu vergleichen. Denn auf lange Sicht können diese einen enormen Unterschied machen. 

Wer im Supermarkt Schokolade kaufen möchte, hat es nicht leicht: Da gibt es die Tafeln mit Haselnüssen, mit Milch, in Bioqualität, fair produziert, mit Zucker und ohne. Ganz zu schweigen von den Pralinés. Am Ende entscheidet man sich wohl für das, was einen gerade am meisten gluschtet. Anders ist es bei Finanzprodukten. Da sieht man auf den ersten Blick kaum Unterschiede, und so landet man schliesslich beim Vergleich der Gebühren. 

Es fängt schon beim einfachen Lohnkonto an: Die einen bieten ein nacktes Konto an, während andere hübsche Päckchen mit Konto, Debitkarte und Kreditkarte schnüren. Ein Vergleich kann aufwändig werden. Wenn es dann um höhere Geldbeträge und eine langfristige Lösung geht, sollte man diesen Aufwand nicht scheuen. Am besten überlegt man sich gleich zu Beginn, wo denn die eigenen Prioritäten liegen – und startet den Gebührenvergleich erst dann. Zwei Beispiele aus dem echten Leben.

Gebührenbeispiel 1: Anlagefonds

Wer mit einem bestimmten Anlagefonds liebäugelt, sollte das Factsheet genau anschauen. Die entscheidende Kennzahl ist der TER (Total Expense Ratio). Diese Gesamtkostenquote gibt an, wie viele Prozent des Fondsvermögens jedes Jahr als Gebühren anfallen. Nicht enthalten sind die Transaktionskosten, die entstehen, wenn der Fonds Wertschriften kauft oder verkauft. 

Einige Anbieter weisen nur die Verwaltungskosten aus und bleiben intransparent, wenn es zum Beispiel um Vertriebskosten geht. Auch bei Umbrella Fonds sollte man genauer hinsehen. Unter einem grossen Schirm-Fonds befinden sich mehrere Unter-Fonds. Den Durchblick über die Gebühren zu bekommen, ist bei den Umbrella Fonds sehr aufwändig. Deshalb empfehle ich ETFs, welche direkt in Wertpapiere investieren und auch physisch repliziert sind.

Gebührenbeispiel 2: 3. Säule

Wer mich kennt, weiss, dass ich Versicherungslösungen in der 3. Säule kritisch gegenüberstehe – unter anderem weil die Kosten hier häufig nicht transparent ausgewiesen sind. Warum? Hier werden zwei Bereiche miteinander vermengt, die man eigentlich getrennt angehen sollte: Sparen und Risiko – das eine bei der Bank, das andere bei der Versicherung.

Zum Vorsorgesparen wendet man sich am besten tatsächlich an eine Bank. In Sachen Kostentransparenz gibt es heute hier sehr innovative Produkte. Wer eine Risikoversicherung gegen Invalidität und Tod separat abschliesst, sieht die Kosten dafür transparent. Zudem kann man eine solche Versicherung auflösen oder verändern, in der Regel ohne zusätzliche Kosten. 

Mehr Finanzwissen gibt es hier am 10. Mai 2022 – mit J wie Jobsharing. 


Konkrete Produkte vergleichen
Ob Anlage oder 3. Säule: Wenn Sie sich den Durchblick bei konkreten Produkten wünschen, kommen Sie auf mich zu. Ich zeige Ihnen gern persönlich, worauf Sie achten sollten.  

Finanzen von A bis Z: H wie Honorar

Wie Selbstständige die Höhe Ihres Lohns steuern können

Als Inhaberin einer GmbH oder AG haben Sie’s in der Hand: Auch die ideale Lohnhöhe zählt zu den Gestaltungsmöglichkeiten. (Foto: freepik)

Halten Sie lieber die Steuern tief oder bevorzugen Sie einen hohen Lohn? Als Unternehmerin haben Sie die Qual der Wahl – sofern Sie die passende Unternehmensform gewählt haben.

Rund 40‘000 Unternehmen werden in der Schweiz jedes Jahr gegründet1. Eine bedeutende Frage dabei ist: Welche Unternehmensform wählen? Besonders beliebt scheinen Einzelunternehmen zu sein: Von den rund 600‘000 Unternehmen, welche die Statistik 2019 aufweist, waren rund 55 % Einzelunternehmen. Jeweils rund 20 % wurden als Aktiengesellschaften oder GmbH geführt2.

Beim Einzelunternehmen entspricht der Gewinn dem Einkommen. Bei einer AG oder einer GmbH hingegen kann die Lohnpolitik den Unternehmensgewinn massgeblich beeinflussen. 

Lohnhöhe: Entscheidung mit Tragweite

Als Gesellschafterin oder geschäftsführende Aktionärin haben Sie die Wahl: Beziehen Sie einen Teil des Gewinns als Lohn oder beziehen Sie lieber eine Dividende? Ihre Entscheidung wirkt sich gleich mehrfach aus. Ich greife hier zwei besonders relevante Punkte heraus:

  • Hier und jetzt: Tiefe Steuern
    Aus steuerlicher Sicht kann es interessant sein, einen tieferen Lohn und dafür eine höhere Dividende zu beziehen. Die Steuerlast im Unternehmen wird zwar höher sein, aber auf der privaten Seite durch das Teilbesteuerungsverfahren von Dividenden tiefer.
  • Im Fall der Fälle: Hilfreiche Sozialabgaben
    Je niedriger der ausbezahlte Lohn, desto niedriger die Sozialabgaben. 
    Das wiederum wirkt sich auf die Höhe Ihrer Rentenzahlungen aus. Wer grossen Wert auf Sicherheit legt, wird sich deswegen einen höheren Lohn auszahlen.

Es ist also eine Frage des Masshaltens: Bei einer allfälligen AHV-Revision wird eine überhöhte Dividendenauszahlung schwerlich akzeptiert und hat Nachzahlungen mit Verzugszinsen zur Folge. Wer auf Nummer sicher gehen will, zahlt sich einen Lohn aus, der mit der Verantwortung und dem Pensum in Ihrer Branche üblich ist.

Konkrete Zahlen für Ihr Unternehmen

Möchten Sie die Situation einmal mit Ihren eigenen Kennzahlen durchspielen? Schreiben Sie mir eine Mail an info@finanzberatung-flueckiger.ch. Ich sende Ihnen ein Excel-Sheet zu, mit dem Sie ausrechnen können, was die Auszahlung von Lohn oder Dividende für Ihre Steuerbelastung bedeutet. Hier schon einmal ein Rechenbeispiel.

Mehr Finanzwissen gibt es hier am 26. April 2022 – mit I wie Intransparenz. 

1Quelle: Bundesamt für Statistik: Unternehmensdemografie (Aufgerufen: 29.03.2022)

2Quelle: Bundesamt für Statistik: Aktivität, Rechtsform, regionale Verteilung (Aufgerufen: 29.03.2022)

Finanzen von A bis Z: G wie Geldsegen

Was tun, wenn plötzlich viel Geld winkt?

Unerwartete Vermögen durch Erbschaft? Bevor Sie Ihre Geldanlage überstürzen, geben Sie Ihren Ideen Zeit zu reifen. (Foto: freepik)

Da kommt man vielleicht unerwartet zu Geld – und dann stellt sich die Frage, wie man es am besten investiert. Mein Tipp: Freuen Sie sich erst einmal und behalten Sie einen klaren Kopf. Und dann machen Sie sich schlau.

In die berufliche Zukunft investieren? Das Geld an der Börse anlegen oder in Kunst? Die Hypothek zurückzahlen? Ein Einkauf in die Pensionskasse? Möglichkeiten, Geld anzulegen, gibt es viele. Falls das Geld aus einer Erbschaft stammt, möchten Sie die Geldanlage vielleicht im Sinne der Erblasserin oder des Erblassers tätigen. Die Frage ist, welche Option Sie langfristig glücklich macht.

Schenken Sie sich Zeit

Es lohnt sich, bei Geldanlagen nichts zu überstürzen. Geben Sie Ihren Ideen Zeit zu reifen und schauen Sie sich Ihre persönlichen Prioritäten an. Damit Sie die Sache nicht auf unbestimmte Zeit verschieben und die Erbschaft dann auf einem Sparkonto herumliegt, setzen Sie sich einen verbindlichen Zeitrahmen.

Informieren Sie sich

Wenn es darum geht, Finanzprodukte miteinander zu vergleichen, hat sich die Plattform moneyland bewährt.

In der Ratgeber-Reihe des Beobachters ist 2022 ein neues Buch erschienen, das den unerwarteten Geldsegen thematisiert: «Plötzlich Geld – so legen Sie richtig an». 

Und wenn Sie sich grundsätzlich Gedanken über Ihre Einstellung zum Geld machen wollen, könnte der Bestseller «Rich Dad Poor Dad» von Robert T. Kiyosaki etwas für Sie sein.

Treffen Sie eine Entscheidung

Möglicherweise haben Sie Angst, etwas falsch zu machen. Das sollten Sie nicht. Bekanntermassen ist Angst eine schlechte Ratgeberin, auch wenn es um Geldanlagen geht. Manchmal tut es gut, wenn man sich vertrauensvoll austauschen und Fragen stellen kann. Wenn Sie eine unabhängige Einschätzung Ihrer Situation wünschen, kommen Sie gern auf mich zu. 

Mehr Finanzwissen gibt es hier am 12. April 2022 – mit  H wie Honorar. 

Finanzen von A bis Z: F wie Familie absichern


Was Invalidität oder Todesfall für die Finanzen Ihrer Familie bedeutet

Verantwortung tragen: Die glücklichen Momente mit dem Nachwuchs geniessen und darüber die weniger glücklichen nicht ausblenden. (Foto: freepik)

An Invalidität oder Todesfall mag man nicht denken, wenn man eine Familie hat. Im Grunde gehen wir Tag für Tag vom Besten aus. Doch wie steht es um die Absicherung Ihrer Liebsten? Ernsthaft hinzuschauen, lohnt sich und gibt ein gutes Gefühl. 

Mit der Geburt eines Kindes verändert sich in finanzieller Hinsicht einiges – und dies nicht nur, weil die Eltern ihr Arbeitspensum vielleicht reduzieren. Auch die erbrechtliche Situation gestaltet sich unweigerlich neu. In einem ersten Schritt ist es ratsam, Grundsätzliches anzuschauen:

  • Im Konkubinat: 
    Wer ohne Trauschein eine Familie gründet, sollte sich Gedanken über die erbrechtliche Regelung machen – etwa in Form eines Testaments oder eines gemeinsamen Erbvertrags. Falls Sie schon ein Testament haben, lohnt es sich, dies bei der Familiengründung zu überprüfen. Unbedingt auch an die Vorsorgegelder denken.
  • Bei Ehepartnern:
    Durch eine Heirat sind einige Dinge schon geregelt, welche die Familie im Fall von Tod oder Invalidität absichern. Zu prüfen ist, ob ein Ehevertrag sinnvoll wäre. Falls schon ein Ehevertrag besteht, ist eine Anpassung denkbar, zum Beispiel mit der Errungenschaftsbeteilung zugunsten der überlebenden Partnerin oder des Partners. 

Sich einen Überblick verschaffen

Bevor Sie schliesslich über zusätzliche Optionen nachdenken, wie Sie Ihre Liebsten absichern können, verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre aktuelle Situation: Wie viel Geld hätte Ihre Familie zur Verfügung, wenn ein Elternteil durch Invalidität oder Tod ausfallen würde? 

  • 1. Säule: Invalidenrente
    Bei Ihrer kantonalen Ausgleichskasse können Sie in Erfahrung bringen, wie hoch Ihre persönliche IV-Rente wäre. (Eine Auflistung der kantonalen Ausgleichskassen finden Sie hier.)
  • 2. Säule: BVG und UVG 
    Wie viel Geld aus der 2. Säule zur Verfügung steht, hängt nicht allein von der Pensionskasse (PK) ab, sondern auch davon, ob Krankheit oder Unfall der Grund für eine Invalidität ist. Natürlich ist dies nur der Fall, wenn Sie in der 2. Säule versichert sind. Haben Sie Ihr PK-Geld auf einem Freizügigkeitskonto parkiert, ist dieser Punkt hinfällig.

Weitere Einkünfte und Vermögen

Vielleicht stellen Sie fest, dass die Einkünfte aus der 1. und 2. Säule den Lebensunterhalt der Familie nicht decken würden. Das bedeutet nicht automatisch, dass Sie unterversichert sind. Möglicherweise steuert die Partnerin oder der Partner ein Einkommen bei. Oder die Familie kann auf bereits vorhandenes Vermögen zurückgreifen. Jede Situation ist unterschiedlich.

Ihre persönliche Einstellung

Wie hoch der Lebensunterhalt sein sollte, ist eine Frage der persönlichen Einstellung. Manche Menschen schätzen die Wahrscheinlichkeit klein ein, dass so ein tragisches Ereignis passiert – und decken deswegen nur die Fixkosten ab. Im Ernstfall würden sie auf alles Luxuriöse verzichten. Zu dieser Gruppe zähle ich mich. 

Vielleicht gehören Sie aber auch zu jener Gruppe von Menschen, die sich sehr gut abgesichert wissen wollen, sodass es keine finanziellen Einschränkungen geben würde.

Jede Familie ist anders, und so sind auch die Lösungen sehr vielfältig. Auf jeden Fall lohnt es sich, die eigene Situation zu kennen. Denn es gibt einem ein gutes Gefühl, wenn man weiss, woran man ist.

Mehr Finanzwissen gibt es hier am 29. März 2022 – mit G wie Geldsegen. 


Finanzen von A bis Z: E wie entdecken

Über neue Wege der Geldanlage

Geldanlage und Vorsorge im Handumdrehen? 2022 ist vieles möglich. (Foto: freepik)

Auch in der Finanzwelt hat die Digitalisierung Einzug gehalten. Die Vorsorge geschieht mit wenigen Klicks, Geldanlage wird automatisiert. Banking vom Liegestuhl aus klingt einfach gut. Wo ist der Haken?

Wer heute sein Geld anlegen möchte, kann aus einer Vielzahl von neuen Angeboten auswählen. Ich habe drei Begriffe aus der schönen neuen Finanzwelt für Sie herausgegriffen:

  • FinTechs
    Im Kofferwort FinTech verschmelzen Finanzdienstleistungen und moderne Technologie miteinander. Finanzdienstleistungen ist ein weit gefasster Begriff, und genauso ist es mit FinTech. Es gibt eine Unzahl von Angeboten: Apps für mobile Bezahlung, Lösungen für Geldanlage und vieles mehr.
  • Robo-Advisory
    An die Stelle eines menschlichen Beraters zur Vermögensverwaltung oder Geldanlage tritt hier ein Algorithmus. Hat sich die Kundin auf eine Strategie festgelegt, wird die Geldanlage automatisiert. Das System Robo-Advisory dürfte besonders Anlegerinnen mit kleinem Vermögen interessieren, weil die Kosten niedrig gehalten werden können. 
  • Crowdlending
    Beim Crowdlending werden Anlegerinnen zu Kreditgeberinnen: Anstelle einer Bank vergibt eine Vielzahl von Menschen einen Kredit. Das können Privatpersonen oder Unternehmen sein. Wichtig ist hierbei, auf die Bonität der Kreditnehmer zu achten. Sonst riskiert man einen Totalausfall.

Auf konkrete Beispiele von Produkten oder Plattformen verzichte ich hier als unabhängige Finanzberaterin bewusst. Wenn Sie Fragen zu einem bestimmten Produkt haben, helfe ich Ihnen gern weiter. 

Bewusstsein für das Risiko

Die digitalisierte Finanzwelt ist verlockend, und für viele Menschen könnte sie ein echter Gamechanger werden. Wer seine 3. Säule bequem am Smartphone erledigen kann, ist vielleicht schneller dabei. Die Hürden für die persönliche Vorsorge sind relativ klein, und Menschen, die sonst gar nicht investieren würden, können es in wenigen Schritten tun.

Ob Robo-Advisory, Crowdlending oder klassische Geldanlage: Das Risiko, das die Anlegerin trägt, bleibt. Sie selbst ist verantwortlich für ihre Entscheidungen. Die unabhängige Finanzberatung gewinnt in einer digitalisierten Finanzwelt an Wert. Denn je besser die Anlegerin im Vorfeld informiert ist, desto bewusster kann sie sich für ihre eigene Geldanlage entscheiden. 

Mehr Finanzwissen gibt es hier am 15. März 2022 – mit F wie Familie. 

Finanzen von A bis Z: D wie Diversifikation

Bei Geldanlage langfristig denken

Vielfalt und Abwechslung machen das Leben aus. Genauso ist es auch bei der Geldanlage. Wer langfristig erfolgreich investieren möchte, sollte das Prinzip der Diversifikation berücksichtigen. Und sonst? Hier drei wichtige Punkte. 

Immer wieder sind es unerwartete Ereignisse, die zu Korrekturen an den Aktienmärkten führen. Wann eine Pandemie auftritt und weshalb der Markt sich verändert: Darüber lässt sich nur spekulieren. Will man mit der eigenen Geldanlage langfristig Erfolg erzielen, sollten die folgenden drei Punkte seriös angegangen werden:

  • Die Anlagestrategie
    Hier entscheiden Sie, welchen Anteil Ihres Vermögens Sie für wie lange investieren. Ausserdem legen Sie in der Anlagestrategie Ihren Risikoappetit fest. Auch die Frage, ob Sie Ihre Geldanlage selbst verwalten oder diese Aufgabe delegieren, empfiehlt sich hier zu beantworten.
  • Die Anlagetaktik
    Besonders wichtig ist hier die Diversifikation: Stützen Sie Ihre Geldanlage breit ab, indem Sie Faktoren wie Länder, Laufzeiten und Produkte variieren. Ein Augenmerk darf der Unterscheidung von aktiv und passiv gemanagten Fonds gelten.
  • Die Produkte
    Nicht jedes Produkt führt zum Ziel. Ganz grundsätzlich: Investieren Sie nur in Produkte, die Sie verstehen.

Details zum Thema im Factsheet “Geldanlage

Mehr Finanzwissen gibt es hier am 1. März 2022 – mit E wie entdecken.