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Finanzen von A bis Z: X wie XXL-Sparen statt XXL-Abo

Wie Sie mit weniger Ballast ins neue Jahr gehen

Mehr Geld übrig für das, was Ihnen wichtig ist: Der 3-Fragen-Check von wiederkehrenden Ausgaben und Abos hilft dabei. (Foto: Freepik)

Viele Abos tragen ein «XXL» im Namen und signalisieren, dass sie ein extragrosses Leistungspaket für einen vermeintlich tiefen Preis bieten. Eine andere Perspektive kann hier viel bewirken: Erkennen Sie das XXL-Sparpotenzial Ihrer wiederkehrenden Ausgaben.

Das Ausmisten von Kleiderschränken und Wohnungen ist in den vergangenen Jahren in Mode geraten. Die japanische Aufräumexpertin Marie Kondo hat Millionen von Menschen inspiriert – und hoffentlich auch ebenso viele glücklich gemacht. Ihre zentrale Frage «Macht mich das glücklich?» lässt sich nicht nur auf Schränke anwenden. Auch im Umgang mit Geld passt sie. 

Leichter werden auf Jahresende hin

Wie wäre es, das neue Jahr mit weniger Ballast zu beginnen? Wenn Sie dabei sind, ein Budget für 2023 zu erstellen (Wunschliste für Ihre Finanzen), hinterfragen Sie Ihre wiederkehrenden Ausgaben mit dem 3-Fragen-Check. Gehen Sie jeden Posten durch und stellen Sie sich bei jedem Einzelnen diese drei Fragen:

  • Wann habe ich das zuletzt verwendet?
  • Macht es mich glücklich?
  • Und falls nein: Brauche ich es wirklich?

Ihr nachhaltiger Umgang mit Geld

Sie werden sehen: Bei Abos von Dingen, die Sie nicht nutzen, ist es einfach, den Rotstift anzusetzen. Geniessen Sie diese Momente. Und scheuen Sie sich nicht davor, auch solche Ausgaben zu hinterfragen, die scheinbar unabdingbar sind. Manchmal verbirgt sich hinter einem Verzicht eine Chance. 

Vielleicht bringen ein paar Monate ohne Streamingdienst Sie auf neue Ideen. Möglicherweise stellen Sie fest, dass Sie ohne Recycling-Abo mehr Bewegung abbekommen. Oder Sie merken, dass einige Ihrer Versicherungen längst nicht mehr zu Ihrem Leben passen.

Egal was die Dinge sind, die Sie wirklich glücklich machen: Wer heute Nein sagt zu einem überflüssigen Abo, hat später mehr Geld für das, was zählt.

Sinnvolle Ausgaben?

Bei diesen Punkten lohnt es sich, näher hinzusehen:

  • Wohnung/Haus: Wohnfläche
  • Auto
  • Krankenkasse
  • Bankspesen
  • Versicherungen
  • Mobil-Abo

Mehr Finanzwissen gibt es hier am 6. Dezember 2022 – mit Y wie Yin & Yang.

Finanzen von A bis Z: W wie Weitsicht

Welche Versicherungen und Mehrwertsteuer

Für Einzelunternehmen gilt das gleiche Prinzip wie für Privatpersonen: Grosse Risiken versichern, kleine Risiken in Kauf nehmen. (Foto: Freepik)

Bei einer Firmengründung stehen viele Unwägbarkeiten im Raum. Deswegen zeigt der letzte Teil der Serie «Einzelunternehmen gründen», wie Sie den potenziellen Risiken begegnen können und welche Möglichkeiten sich Ihnen beim Thema Mehrwertsteuer bieten.

Teil 1 und 2 verpasst? Hier finden Sie die anderen Beiträge der Serie, 
«
U wie Unternehmensgründung» und «V wie Vorsorge».

Welche Versicherungen braucht‘s?

Es gibt ein paar wenige Versicherungen, zu denen Sie als Einzelunternehmerin verpflichtet sind. Bei den meisten Versicherungen hingegen können Sie nach Ihrem Gutdünken entscheiden. Mein Tipp: Versichern Sie grosse Risiken und tragen Sie kleine Risiken selbst. 

Am besten nehmen Sie sich Zeit, mögliche Gefahren und Stolpersteine einzuschätzen. Wenn Sie so weit sind, holen Sie bei verschiedenen Anbietern Offerten ein. Und wenn Sie unsicher sind, worauf Sie achten sollten, melden Sie sich mit Ihren Fragen gern bei mir

Beim Einzelunternehmen ohne Angestellte sind einzig die Sozialversicherungen (AHV, IV, EO und FAK) sowie Ihre persönliche Unfallversicherung obligatorisch. 

  • Sozialversicherungen: Mit der Anmeldung Ihres Unternehmens bei der zuständigen Ausgleichskasse haben Sie den Punkt mit den Sozialversicherungen schon abgehakt. (Mehr zur Anmeldung hier.) 
  • Ihre persönliche Unfallversicherung melden Sie ganz einfach bei Ihrer Krankenkasse an. Es gilt dieselbe Franchise wie bei Krankheit.
  • Zu Krankentaggeld und Unfalltaggeld empfehle ich eine Versicherung, die Ihre Fixkosten decken könnte – aber keinen zusätzlichen Luxus. Wenden Sie sich für eine Offerte an Ihre Krankenversicherung oder an eine Versicherungsgesellschaft. 
    Am besten holen Sie bei verschiedenen Anbietern Offerten ein. Die Prämienunterschiede können durchaus hoch sein. 
    Obligatorisch ist diese Versicherung nicht. Häufig ist sie sinnvoll, um bei einem längeren Ausfall nicht in finanzielle Not zu geraten.  
  • Bei Erwerbsunfähigkeit, Todesfall, Rechtsschutz und Betriebshaftpflicht lautet meine Devise: Schliessen Sie nur Versicherungen ab, die in Ihrer individuellen Situation notwendig sind.

Mehrwertsteuer (MwSt) beim Einzelunternehmen

  • Die Mehrwertsteuerpflicht: Ein Einzelunternehmen ist ab CHF 100‘000 Jahresumsatz MwSt-pflichtig. Das kann auch rückwirkend im gleichen Jahr gelten. Natürlich können Sie Ihr Unternehmen jederzeit freiwillig zur Mehrwertsteuerabgabe anmelden. Der Vorteil: Sie können die Vorsteuer abziehen und erhalten damit bezahlte Mehrwertsteuer zurück. Details erfahren Sie bei der Eidgenössischen Steuerverwaltung.
  • Zwei Arten der Besteuerung: Wer zahlt die MwSt? Die Konsumentin oder der Konsument. Es gibt zwei unterschiedliche Arten der Besteuerung: die effektive Besteuerung sowie die Saldobesteuerung. 
  • Effektive Besteuerung: Wenn Sie als Einzelunternehmerin Güter für den Verkauf oder eine Beratung einkaufen, können Sie die bezahlte MwSt von der Eidgenössischen Steuerverwaltung zurückfordern. Die MwSt, die Sie einnehmen, müssen Sie natürlich auch abliefern.
  • Saldobesteuerung: Die Abrechnung mit der Eidgenössischen Steuerverwaltung ist mit der Saldobesteuerung einfacher, weil die Vorsteuern nicht ermittelt werden müssen. Wenn Sie nur wenig Güter für den Verkauf einkaufen, fahren Sie mit dieser Art der Besteuerung besser.

Serie «Einzelunternehmen gründen»

Das erfahren Sie in Teil 1

  • Anmeldung des Einzelunternehmens 
  • Eintrag ins Handelsregister
  • Buchhaltung und Steuererklärung
  • Liquidität

Um diese Themen geht’s in Teil 2:

  • Säule 3a
  • Pensionskasse für Einzelunternehmerinnen

Mehr Finanzwissen gibt es hier am 22. November 2022 – mit X wie XXL.

Bei Fragen zu Ihrer individuellen Firmengründung stehe ich Ihnen gern unterstützend zur Seite.

Letzte Aktualisierung des Artikels: 08.11.2022

Finanzen von A bis Z: V wie Vorsorge

Was Selbstständige für eine entspannte Zukunft tun können

Freude am Tagesgeschäft? Denken Sie auch an die Zukunft. Pensionskasse und Säule 3a eröffnen Selbstständigen gute Perspektiven. (Foto: Freepik)

Wenn man sich selbstständig macht, ist die Motivation oft so gross, dass man darüber ein paar finanzielle Details vergisst. Das soll Ihnen nicht passieren. In Teil 2 der Serie «Einzelunternehmen gründen» geht es heute ums Thema Vorsorge. (Zu Teil 1)

Säule 3a fürs Einzelunternehmen

Als Einzelunternehmerin ohne Anschluss an eine Pensionskasse können Sie bis zu 20 % Ihres Erwerbseinkommens in die Säule 3a einbezahlen und von den Steuern abziehen. Es gilt hier ein Maximalbetrag von CHF 34‘416.

Anders verhält es sich, wenn Ihre Firma eine AG oder eine GmbH ist. Dann sind Sie ab der Eintrittsschwelle von CHF 21‘510 obligatorisch an eine Pensionskasse angeschlossen, und es gilt ein Maximalbetrag von CHF 6‘883. 

Lebensversicherung abschliessen?

Wenn Sie darüber nachdenken, eine Lebensversicherung als Altersvorsorge abzuschliessen: Davon rate ich ab. Trennen Sie Altersvorsorge und Risikoversicherungen voneinander. Es gibt eine bessere und institutionalisierte Möglichkeit, sich und seine Familie zusätzlich abzusichern: Auch Einzelunternehmerinnen können sich einer Pensionskasse anschliessen. Der Vorteil: Mit einer Pensionskasse sind sie günstig gegen Invalidität oder für den Todesfall versichert. Das Alterskapital kann in eine Rente umgewandelt werden (siehe auch «Kapital oder Rente?»). In guten Jahren, in denen Sie viel Einkommen generieren, können Sie in der Pensionskasse Deckungslücken schliessen. Anders bei der Säule 3a: Hier können verpasste Einzahlungen später nicht nachgeholt werden. 

Die passende Pensionskasse

Als Einzelunternehmerin liegt es an Ihnen, ob Sie sich einer Pensionskasse anschliessen. Nur mit einer AG oder GmbH sind Sie dazu verpflichtet (ab CHF 21‘510). Zahlreiche Berufsverbände in der Schweiz bieten ihren Mitgliedern die Möglichkeit eines Pensionskassenanschlusses. Der Verband Frauenunternehmen VFU bietet sogar mehrere Möglichkeiten an.

Schauen Sie genau hin, bevor Sie sich festlegen. Die Anbieter und auch die einzelnen Pläne unterscheiden sich erheblich. Einige wichtige Begriffserklärungen finden Sie auch im Blogbeitrag und im Artikel «Welche Pensionskasse passt zu mir?»

Besteht eine Einschusspflicht?

Die Pensionskassen lassen sich grob in drei Kategorien einteilen, die unterschiedliche Risiken rückversichern.

  • Vollversicherer: Hier sind alle Risiken rückversichert. Es besteht keine Einschusspflicht.
  • Halbautonome Pensionskasse: Nur das Anlagerisiko ist nicht rückversichert. Damit Sie das Risiko einer Einschusspflicht abschätzen können, werfen Sie einen Blick auf den Deckungsgrad und die Allokation des Portfolios.
  • Teilautonome Pensionskasse: Langlebigkeit und das Anlagerisiko sind nicht rückversichert. Hier lohnt es sich, den Deckungsgrad, den technischen Zinssatz und das Verhältnis zwischen Rentnern und Erwerbstätigen anzusehen.

Pläne vergleichen: Mehr sparen oder mehr versichern?

Wenn Sie eine Pensionskasse gefunden haben, die Ihnen zusagt, können Sie aus unterschiedlichen Vorsorgeplänen wählen. Es gibt solche mit tieferem Eintrittsschwellenwert (CHF 21‘510) und ohne Koordinationsabzug (CHF 25‘095) oder nur mit einem höheren Sparanteil. 

Die Idee dahinter ist, einen höheren Sparanteil zu erreichen und/oder sich besser zu versichern. Beachten Sie: Die Rentenleistung aus der 1. und der 2. Säule ist gesamthaft nie höher als 90 % Ihres AHV-pflichtigen Lohns.

Konditionen im Obligatorium

Das Obligatorium liegt zwischen CHF 21’510 und CHF 86’040. Für diesen Bereich gibt der Gesetzgeber Mindestleistungen vor, zum Beispiel zur Verzinsung des Alterskapitals, zum Umwandlungssatz, zur Rentenhöhe im IV- oder Todesfall. Es ist der Pensionskasse natürlich immer freigestellt, bessere Leistungen zu entrichten. 

Alles andere betrifft das Überobligatorium. Jede Pensionskasse hat ein eigenes Stiftungsreglement, in dem alle Leistungen festgehalten sind. (Details zu Obligatorium & Co.)

Serie «Einzelunternehmen gründen»: Das erfahren Sie in Teil 1

  • Anmeldung des Einzelunternehmens 
  • Eintrag ins Handelsregister
  • Buchhaltung und Steuererklärung
  • Liquidität

Haben Sie konkrete Fragen zur Firmengründung? Ich stehe Ihnen gern unterstützend zur Seite. Den 3. Teil der Serie «Einzelunternehmen gründen» gibt es hier übrigens am 8. November 2022 – mit W wie Weitsicht. 

Letzte Aktualisierung des Artikels: 25.10.2022


Finanzen von A bis Z: U wie Unternehmensgründung

Woran Sie bei der Gründung eines Einzelunternehmens denken sollten

Eine gute Geschäftsidee ist die halbe Miete. Damit Sie mit Ihrer Einzelfirma erfolgreich durchstarten können, denken Sie auch an die administrativen Arbeiten. (Foto: Freepik)

Endlich steht es fest: Sie machen sich selbstständig – mit viel Kompetenz und ebenso viel Herzblut. Nur: Wie legen Sie am besten los? Woran sollten Sie bei der Gründung Ihrer Einzelfirma denken? Die folgende Übersicht hilft, damit nichts vergessen geht. 

Über Unternehmensgründungen könnte man ganze Bücher schreiben, und wer ganz am Anfang steht, hat meist viel im Kopf. Ich serviere die Infos deswegen in appetitlichen Häppchen – heute Teil 1 mit folgenden Themen: 

  • Anmeldung des Einzelunternehmens
  • Eintrag ins Handelsregister
  • Buchhaltung und Steuererklärung
  • Liquidität

Anmeldung des Einzelunternehmens

  • Nachweise der Selbstständigkeit: Damit Sie Ihre Einzelfirma bei der zuständigen Ausgleichskasse anmelden können, müssen Sie nachweisen, dass Sie bereits selbstständig sind. Sie benötigen mindestens drei bereits ausgestellte Rechnungen oder Zusagen auf Offerten. 
  • Sozialabgaben: Nach der Bewilligung Ihres Einzelunternehmens wird die Ausgleichskasse wissen wollen, wie hoch Ihr Jahresumsatz ausfällt. Aufgrund dieser Angaben werden Sie jedes Quartal eine Rechnung für die Sozialversicherungsabgaben (AHV/IK/FAK) erhalten. 
  • Tipp: Seien Sie grosszügig bei der Angabe Ihres erwarteten Jahresumsatzes. Falls Sie einmal zu viele Abgaben bezahlt haben: Diese werden verzinst und zurückbezahlt.

Eintrag ins Handelsregister

  • Einzelunternehmen können sich ins Handelsregister eintragen lassen. Verpflichtet sind sie dazu erst ab einem Jahresumsatz von CHF 100’000. Ab diesem Betrag gilt übrigens auch die Mehrwertsteuerpflicht (Details dazu in Teil 3 der Serie).
  • Gut zu wissen: Falls Sie betrieben werden, macht der HR-Eintrag einen Unterschied. Einzelfirmen mit HR-Eintrag unterliegen der Betreibung auf Konkurs. Einzelfirmen ohne HR-Eintrag unterliegen der Betreibung auf Pfändung (Details).

Buchhaltung und Steuererklärung

  • Einfache Buchhaltung: Eine einfache Buchhaltung mit einer Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben genügt. Bewahren Sie alle Belege auf und legen Sie sie systematisch ab (nach Datum oder Name).
  • Steuererklärung: Die Ausgaben und Einnahmen Ihres Einzelunternehmens führen Sie in der privaten Steuererklärung unter der selbstständigen Tätigkeit auf. 
  • Gut zu wissen: Grössere Anschaffungen können Sie über mehrere Jahre abschreiben. Dazu verbuchen Sie den Kauf nicht unter den Ausgaben, sondern Sie verbuchen einen Teil unter Abschreibungen und führen die Anschaffung unter den Aktiven auf. 

Liquidität

  • Budget: Notieren Sie in Ihrem Budget alle erwarteten Ausgaben und Einnahmen. So werden Lücken sichtbar – und können hoffentlich vermieden werden. 
  • Eiserne Reserve: Wenn Sie einen Jahreslohn auf Ihrem Spar- oder Privatkonto haben, sind Sie auf der sicheren Seite.
  • Durststrecken: Schlimmstenfalls können Sie innerhalb eines Jahres nach der Gründung Ihre Säule 3a und Ihr Freizügigkeitskonto auflösen.

Bereits erschienen:

  • B wie Budget: Wie Sie sich Ihre Wünsche erfüllen können
  • H wie Honorar: Wie Selbstständige die Höhe ihres Lohns steuern können

Haben Sie konkrete Fragen zur Firmengründung? Natürlich stehe ich Ihnen gern unterstützend zur Seite. Den 2. Teil der Serie «Einzelunternehmen gründen» gibt es hier am 25. Oktober 2022 – ist V wie Vorsorge. 

Finanzen von A bis Z: T wie Testament

Warum es jetzt nicht zu früh ist, ans Testament zu denken 

Auch wenn man lieber an die schönen Zeiten denkt: Ist der Nachlass geregelt, gibt das ein gutes Gefühl. (Foto: Freepik)

«Ein Testament – in meinem Alter?» Das werden sich viele Menschen sagen, die mitten im Leben stehen. Meine Devise: Schieben Sie die Nachlassregelung nicht auf die lange Bank. Ein Grund mehr, sich jetzt darum zu kümmern, ist das neue Erbrecht, das 2023 in Kraft tritt. 

Ein Testament ist nicht nur eine Sache für alte Menschen. Gerade wenn minderjährige Kinder im Spiel sind oder Sie ein Eigenheim haben, gibt es gute Gründe, Ihre Wünsche für den Fall der Fälle schriftlich festzuhalten. 

Ein Beispiel: Verstirbt ein Ehepartner, ist der verbleibende Elternteil einerseits Erbe – und andererseits verwaltet er das Vermögen der minderjährigen Kinder. Um diesen Interessenskonflikt zu lösen, setzt die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde KESB in der Regel eine Beistandsperson ein. Sie soll sicherstellen, dass die finanziellen Interessen der Kinder gewahrt bleiben. Mittels Ehevertrag und Testament können Sie zu Lebzeiten die bestmögliche Lösung für den überlebenden Ehepartner oder die überlebende Ehepartnerin finden. 

Neuerungen im Erbrecht ab 2023

Ab dem 1. Januar 2023 gilt das revidierte Schweizer Erbrecht. Es wird folglich bei Todesfällen ab diesem Stichdatum angewandt. Wichtige Änderungen:

  • Der Pflichtteil der Kinder wird auf 50 % reduziert.
    Aktuell beträgt der Pflichtteil der Kinder 75 %. 
  • Eltern erhalten keinen Pflichtteil mehr. 
    Aktuell erhalten Eltern der verstorbenen Person einen Pflichtteil, sofern der Erblasser keine Nachkommen hinterlässt. Ab dem 1. Januar 2023 ist dies nicht mehr der Fall.

Klarheit schaffen

Wer schon ein Testament erstellt hat, sollte wegen der bevorstehenden Erbrechtsänderung für Klarheit sorgen. Wenn Sie heute Ihren Kindern den Pflichtteil zugeteilt haben, so ist dies ab 2023 nicht mehr ganz eindeutig. Möchte der Erblasser die Kinder gemäss altem Erbrecht auf den Pflichtteil von 75 % setzen oder nach dem neuen Erbrecht mit nur 50 %? Indem Sie dies in Ihrem Testament präzisieren, schaffen Sie Klarheit. 

Vererben im Konkubinat

Leben Sie in wilder Ehe zusammen, ist ein Testament oder ein Erbvertrag umso sinnvoller. Denn nur bei Ehe oder eingetragener Partnerschaft erhält der oder die Überlebende einen Pflichtteil. Als Konkubinatspartnerin sind Sie keine gesetzliche Erbin – auch dann nicht, wenn Sie gemeinsame Kinder haben. 

Mehr Finanzwissen gibt es hier am 11. Oktober 2022 – mit U wie Unternehmerin. 

Finanzen von A bis Z: S wie Sicherheit

Wie Ihre Hypothek trotz steigender Zinsen tragbar bleibt

Können wir uns das Haus auch in Zukunft leisten? Damit die Hypothek tragbar bleibt, lohnt es sich, verschiedene Szenarien durchzurechnen. (Foto: Freepik)

Haben Sie eine Immobilie mit einer Hypothek? Etwa eine Saron- oder ehemals Libor-Hypothek? Dann sollten Sie sich jetzt fragen, ob der Moment gekommen ist, in eine Festhypothek zu wechseln.

Eine Saron-Hypothek orientiert sich am Leitzins der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Wie hoch die SNB ihre Zinsen ansetzt, hängt von der weiteren Wirtschafts-, Inflations- und auch von der Währungsentwicklung ab. Wer glaubt, dass die SNB die Zinsen weiter anhebt, wird jetzt überlegen, in eine Festhypothek zu wechseln. Dies gilt insbesondere für jene Immobilienbesitzer:innen, die ein hohes Mass an Sicherheit lieben.

Leitzins, Zinsentwicklung & Co.

Ein paar Worte zu den Definitionen: Die Nationalbank legt einen Zins fest, den die Banken erhalten (respektive bei Minuszins bezahlen), wenn sie Geld bei der SNB deponieren. Dieser Leitzins beeinflusst alle anderen Geld- und Kapitalmarktzinsen – vor allem durch mögliche Szenarien, welche die Marktteilnehmer vorwegnehmen. Also durch Angebot und Nachfrage.

Hilfreiche Informationen liefert die Zinskurve, welche die Zinsniveaus bei verschiedenen Laufzeiten miteinander vergleicht. Drei Varianten seien hier genannt: 

  • Bei einer normalen Zinskurve gilt: Je länger die Laufzeit, desto höher der Zins. Die Anlegerin oder der Anleger möchte für sein längeres Engagement automatisch auch höher entschädigt werden.
  • Bei einer flachen Zinskurve sind die Zinsen bei kurzen wie auch bei langen Laufzeiten gleich hoch. Ein Zeichen dafür, dass der Markt künftig tiefere Zinsen erwartet. 
  • Ausserdem kennen wir die inverse Zinskurve, das Gegenteil der normalen Zinskurve. Hier sind die kurzfristigen Zinsen höher als die mittel- und langfristigen Zinsen. Meistens rechnen die Marktteilnehmer dann mit einer Rezession.

Szenarien durchrechnen

In welche Richtung sich die Zinsen entwickeln? Darüber kann nur spekuliert werden. Wichtig finde ich, dass man verschiedene Szenarien durchrechnet. Erst dann kann man mit gutem Gefühl sagen, dass die Tragbarkeit einer Hypothek auch in Zukunft gegeben ist. Und falls das nicht der Fall ist: Handeln, damit man auf der sicheren Seite ist.

Weitere Beiträge zu Hypothek und Immobilien

Mehr Finanzwissen gibt es hier am 27. September 2022 – mit T wie Testament. 

Finanzen von A bis Z: R wie Rendite

Wie eine Zweitmeinung beim Renditevergleich hilft

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser? Die eigene Rendite im Auge zu behalten, kann je nach Depot auch mal eine Unze Gold wert sein. (Foto: Freepik)

Wer eine:n Vermögensverwalter:in beauftragt, ist wohl erst einmal froh, eine unliebsame Arbeit delegiert zu haben. Wenn Sie Ihre Rendite zwischendurch selbst einmal unter die Lupe nehmen wollen, achten Sie darauf, nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen.

Vielleicht interessieren Sie sich dafür, wie hoch die Rendite unterschiedlicher Anlagen ist. Oder Sie wollen wissen, ob Ihr:e Vermögensverwalter:in einen guten Job macht. Damit Ihre Fragen richtig beantwortet werden, lohnt es sich, Ihre Finanzkenntnisse aufzufrischen oder eine Zweitmeinung von unabhängiger Stelle einzuholen. 

Kosten inklusive?

Einige Vermögensverwalter:innen weisen die Rendite vor Kosten aus, andere hingegen erst nach Abzug aller Kosten. Der Hinweis, nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen, gilt insbesondere, wenn man das eigene Portfolio mit einem Index vergleicht. Denn es gibt Preisindizes (z. B. SMI) und Performanceindizes (z. B. SPI). Behalten Sie dabei im Hinterkopf: Kosten werden in einem Index nie abgebildet.   

Preisindex

Er berücksichtigt nur den Wertzuwachs (Kursgewinn oder -verlust). Wenn man also sein eigenes Portofolio mit dem SMI vergleicht, dann darf man die Erträge und allenfalls die Wiederanlagen nicht berücksichtigen – oder man nimmt am besten einen Performanceindex als Vergleich. Beispiele für Preisindizes sind SMI, Euro Stoxx 50 sowie die meisten internationalen Indizes.

Performanceindex

Er berücksichtigt den Wertzuwachs (Kursgewinn oder -verlust) und Dividenden oder andere Erträge. Wenn Sie die Rendite Ihres Portfolios vergleichen wollen, eignet sich dafür der Performanceindex. Beispiele für Performanceindizes sind der SMIC, ESTX50 EUR NR oder der DAX. 

Übrigens werden viele Indizes sowohl als Preis- als auch als Performanceindex berechnet. Über Wikipedia finden Sie sicher den passenden Index für einen Vergleich.

Im Gespräch bleiben

Wenn Sie also das nächste Mal mit Ihrem Vermögensverwalter sprechen, achten sie einmal darauf, mit welchem Index er den Vergleich macht und fragen sie ruhig nach. Und wenn Sie sich eine unabhängige Zweitmeinung zu Ihrem Depot wünschen: Kontaktieren Sie mich. Gemeinsam finden wir Antworten auf die wichtigen Fragen zu Ihren Finanzen.

Mehr Finanzwissen gibt es hier am 13. September 2022 – mit S wie Sicherheit. 

Finanzen von A bis Z: Q wie Quelle

Warum Immobilien sich nur bedingt zur Altersvorsorge eignen

Eine Immobilie als Altersvorsorge? Denken Sie früh genug daran, wie Sie zu Liquidität kommen. (Foto: Freepik)

Viele Frauen liebäugeln damit, eine Immobilie zur Altersvorsorge zu kaufen. Im Grunde eine gute Idee: Die Immobilienpreise steigen vielerorts, und Aktien sind nicht jedermanns Sache. Der Haken: Nicht immer gelingt es, eine Liegenschaft wirklich zur Geldquelle zu machen.

Ich habe in meiner beruflichen Laufbahn schon einige Fälle erlebt, in denen der Vermögensaufbau in Immobilien geflossen ist, quasi als Altersvorsorge. Aber als das Geld dann benötigt wurde – wegen einer vorzeitigen Pensionierung oder weil man sich einen höheren Lebensstandard gönnen wollte – war das Geld gebunden und man wollte sich nicht von der Immobilie trennen. Die Immobilienpreise waren gestiegen, und die Besitzerin hatte am eigenen Leib erfahren, dass Liegenschaften tatsächlich eine gute Investition sein können.

Der goldene Käfig

Eine Alternative zum Verkauf wäre die Vermietung. Häufig tun sich Immobilienbesitzer:innen damit schwer. Eigentlich möchte man weiterhin beide Immobilien nutzen – oder man scheut den Aufwand, den Mieter verursachen können. So ist man im eigenen Haus gefangen. Eigentlich hätte man genug Vermögen für ein schönes Leben, aber es ist gebunden.

Ein Finanzplan hilft

Was in solchen Fällen hilft, ist ein Plan – am besten nicht erst dann, wenn Sie Liquidität benötigen. Fünf Jahre vorher wäre ideal. So gehen Sie es an:

  • Bringen Sie’s zu Papier.
    Notieren Sie alle Vermögenswerte: Aktien, Firmenbeteiligungen, die Ferienwohnung, Kunst etc. Wenn Sie Ihr Vermögen erst einmal schwarz auf weiss sehen, werden viele Dinge klarer. Das macht den Kopf frei, und Sie erkennen andere Möglichkeiten.
  • Formulieren Sie Ihre Bedürfnisse
    Überlegen Sie, wann Sie wie viel Geld benötigen.
  • Sprechen Sie darüber.
    Über Geld spricht man nicht? Im Gegenteil, wir sprechen viel zu wenig über unsere Finanzen. Andere Menschen schenken einem Inspiration – auch in Geldangelegenheiten. Vielleicht kommen Sie dadurch auf Ideen, die Sie allein nie hätten. 

Und natürlich können Sie auf mich zählen. Wenn Sie Ihre Vermögenssituation unabhängig durchleuchtet haben möchten, melden Sie sich gern bei mir.

Mehr Finanzwissen gibt es hier am 30. August 2022 – mit R wie Rendite. 

Finanzen von A bis Z: P wie Prinzipien

Wie Sie Geldanlage und Nachhaltigkeit miteinander verbinden

Nachhaltig oder nicht? In welcher Form Ihr Geld in der Welt wächst, entscheiden Sie. (Foto: Freepik)

Vielleicht geht es Ihnen wie mir: Ich investiere gern in etwas Sinnvolles und bleibe meinen Prinzipien treu. Genau darum geht es in diesem Impulsbeitrag. Denn das Geld, das Sie anlegen, vermehrt sich nicht einfach. Es bewirkt etwas.

Auf der Suche nach passenden Anlagen habe ich viele sogenannt grüne, sozialverträgliche und nachhaltige Fonds angeschaut. Bei der Analyse der Fact-Sheets ist mir aufgefallen, dass sich unter den zehn grössten Positionen doch sehr bekannte und grosse Unternehmen befinden, die auch Sie bestimmt nicht als «nachhaltig» bezeichnen würden. Einverstanden: Rüstungsunternehmen und Ölgiganten wie z. B. Royal Dutch fehlen, ein paar andere heikle Branchen ebenso.

Kosten im Auge behalten

Bemerkenswert finde ich auch: Im Vergleich zu einem indexorientierten ETF sind die Kosten der Fonds häufig um ein Vielfaches höher. Auch bei der nachhaltigen Geldanlage gilt: Sehen Sie sich das Fact-Sheet genau an und überlegen Sie sich gut, ob Sie in den jeweiligen Fonds investieren möchten.

In ETFs investieren

Eine einfache und günstige Möglichkeit, nachhaltig zu investieren, sind ETFs (Exchange Traded Funds). Diese Indexfonds werden an der Börse gehandelt und bilden die Wertentwicklung eines Index ab. Auch unter den ETF findet man mittlerweile Produkte, die in SRI (Socially Responsible Index) oder nach ESG-Kriterien (Umwelt, Soziales, Unternehmensführung) investieren. 

Viel Know-how zum Thema bietet die Website www.justetf.com. Unter Kategorien finden Sie eine grosse Bandbreite an Kriterien, mit denen Sie Ihre Präferenzen herausfiltern können. So sehen Sie auf einen Blick eine Auswahl von ETFs, die Sie interessieren könnten, zum Beispiel zum Thema erneuerbare Energien

Sich schlau zu machen, lohnt sich. Denn Sinnhaftigkeit und Rendite müssen sich nicht ausschliessen. 

Mehr Finanzwissen gibt es hier am 16. August 2022 – mit Q wie Quelle. 


Finanzen von A bis Z: O wie Obligatorium

Welche Faktoren Ihre Altersrente aus der Pensionskasse beeinflussen

Kann man die Rendite in der Pensionskasse tatsächlich beeinflussen? Gewissermassen ja – man muss es nur wollen. (Foto: Freepik)

Wer eine ideale Pensionskassenlösung sucht, muss sich erst einmal durch einen Dschungel von Begriffen schlagen. Das soll uns nicht entmutigen, denn wir haben ja Pläne für die Zukunft. Ein klärender Blick auf die 2. Säule der Schweizer Altersvorsorge.

Fangen wir mit dem Wesentlichen an: Wer heute hart für das eigene Geld arbeitet, will den gewohnten Lebensstandard vermutlich auch nach der Pensionierung beibehalten. Wenn Sie Unternehmerin sind und noch eine Pensionskasse suchen, können Sie jetzt die Weichen dafür stellen. Vielleicht aber sind Sie schon an eine Pensionskasse angeschlossen. Dann können Sie den Vorsorgeplan auswählen, der am besten zu Ihrer Situation passt. Das Ziel in beiden Fällen: eine möglichst hohe Rendite und eine möglichst niedrige Steuerlast. 
Wieviel Ihres Pensionskassen-Geldes im Obligatorium oder im Überobligatorium für Sie arbeitet, macht im Alter einen Unterschied. Und auch ob Ihre Pensionskasse für die Altersrente das Modell «gesplittet» oder «umhüllend» anwendet. Diesen vier Begriffen gehen wir jetzt auf den Grund.

Das Obligatorium

Löhne zwischen CHF 25‘096 und CHF 86‘040 sind in der Pensionskasse im Obligatorium versichert. 
Hierfür gibt der Gesetzgeber Mindestleistungen vor. Die Verzinsung muss aktuell 1 % und der Umwandlungssatz 6.8 % betragen. 

Das Einkommen in Beispiel 1 liegt unter CHF 86‘040. Der Sparbeitrag wird deswegen im Obligatorium gutgeschrieben.

Das Überobligatorium

Der Lohnanteil, der über CHF 86‘040 liegt, ist im Überobligatorium versichert.
Die Pensionskassen können ihre Leistungen für diesen Lohnanteil frei gestalten. Es bestehen keine gesetzlichen Vorgaben. 

Das Einkommen in diesem Beispiel liegt über dem Grenzwert von CHF 86‘040. Ein Teil des Sparbeitrags wird im Obligatorium, ein anderer im Überobligatorium gutgeschrieben.

Freiwillige Einzahlungen und vorzeitiger Bezug

Wenn Sie Deckungslücken schliessen wollen und deswegen freiwillige Einzahlungen in die Pensionskasse tätigen, werden diese im Überobligatorium gutgeschrieben.

Wenn Sie hingegen Geld aus der Pensionskasse beziehen – etwa zur Wohneigentumsförderung (WEF) – so wird jeweils die Hälfte aus Obligatorium und Überobligatorium entnommen. 

Der Umwandlungssatz

Wie hoch die monatliche Altersrente aus der 2. Säule ausfällt, bestimmt der Umwandlungssatz. Für das Obligatorium definiert der Gesetzgeber den Mindestumwandlungssatz – aktuell 6.8 %. Mit der nächsten Gesetzesrevision soll er auf 6 % gesenkt werden, sofern nicht das Referendum dagegen ergriffen wird. 

Im Überobligatorium hat die Pensionskasse mehr Freiheiten: Sie kann den Umwandlungssatz für diesen Sparbetrag frei wählen. Ausserdem entscheidet die Pensionskasse, ob sie die beiden Sparbeträge aus Obligatorium und Überobligatorium gesplittet oder umhüllend in eine monatliche Rente umwandelt. 

Das gesplittete Modell sieht zwei unterschiedliche Umwandlungssätze vor. Beim umhüllenden Modell hingegen wird ein Umwandlungssatz für das gesamte Alterskapital angewandt. Die untenstehenden Beispiele zeigen: Auch wenn der Umwandlungssatz im umhüllenden Modell tiefer liegt, sind die gesetzlichen Mindestleistungen erfüllt.

Im gesplitteten Modell werden zwei Umwandlungssätze angewandt.
Im umhüllenden Modell wird ein einziger Umwandlungssatz angewandt. In diesem Beispiel fällt das zu Ungunsten der Arbeitnehmerin aus.

Entscheidungen mit Tragweite

Wie Sie sehen, können Ihre Entscheidungen rund um die Pensionskasse erhebliche Auswirkungen auf Ihr Leben im Alter haben. Setzen Sie sich frühzeitig damit auseinander, um böse Überraschungen zu vermeiden.

Als unabhängige Vorsorgespezialistin beziehe ich auch die Vermögenswerte in der 3. Säule mit ein. Bei einer ganzheitlichen Beratung sollte schliesslich auch die Steueroptimierung nicht fehlen. 

Mehr Finanzwissen gibt es hier am 2. August 2022 – mit P wie Prinzipien.