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Mini-Check: Sind Sie bereit für die Pensionierung?

Sechs konkrete Punkte, mit denen Sie Steuern und Ruhestand optimieren

Gute Vorbereitung macht den Unterschied: Das gilt bei der Pensionierung besonders. (Bild: Patrick Hendry / unsplash)

Insgeheim träumen Sie schon von der Pensionierung? Auch wenn es noch ein paar Jahre hin sind: Es lohnt, sich spätestens mit 55 konkret damit auseinanderzusetzen. Dieser Mini-Check hilft Ihnen dabei. 

Kurz & bündig – das erfahren Sie hier:

  • Warum Sie vor der Pensionierung die Stiftung Auffangeinrichtung kontaktieren sollten,
  • welchen Einfluss das Pensionskassenreglement auf Ihre Zukunft hat und
  • wie Sie mit einer geschickten Planung Ihre Steuerlast optimieren.

Hinweis: Im folgenden Beitrag konzentriere ich mich auf die zweite Säule. 
Wenn Sie sich eher für die Säule 3a interessieren: 
In diesen Artikeln.  habe ich mehr dazu geschrieben. 

Mit der Pensionierung geht es vielen Menschen wie mit Weihnachten: Sie sehen den Tag kommen, und trotzdem beginnen sie erst in letzter Minute mit der Vorbereitung. Doch wer selbst aktiv wird, kann einiges bewegen. 

Wenn Sie die folgenden sechs Punkte spätestens mit 55 Jahren angehen, haben Sie genügend Zeit, bei Ihrem Vorhaben auch die Steuern zu optimieren. Allenfalls können Sie eine Frühpensionierung ins Auge fassen und – was leider häufig vergessen wird – wichtige Entscheidungen mit Ihrem Ehe- oder Lebenspartner abstimmen. 

1. Guthaben in der Stiftung Auffangeinrichtung prüfen

Bei der Pensionierung kommt es immer wieder vor, dass Geld bei der Stiftung Auffangeinrichtung BVG vergessen geht. Deshalb empfiehlt sich unbedingt, dies zu überprüfen. Mit diesem Formular können Sie allfälliges Guthaben ausfindig machen.

Wie können Vorsorgegelder vergessen werden? Hier  erfahren Sie mehr zum Thema.

2. Budget checken

Haben Sie eine Vorstellung davon, wie viel Geld Sie nach der Pensionierung benötigen? Für Ihre regulären Ausgaben können Sie Erfahrungswerte sammeln, indem Sie Ihre Ausgaben notieren – klassisch im Haushaltsbuch oder ganz einfach in einer Budgetplaner-App.

Daneben ist es hilfreich, wenn Sie sich Gedanken machen, welche ausserordentlichen Ausgaben Ihre Wunschliste bereithält. Eine grosse Reise, besondere Anschaffungen oder eine Hausrenovation? Vielleicht lässt sich nicht alles erfüllen. Darüber nachzudenken, lohnt sich allemal.

Mehr Tipps zum Budgetieren

3. Möglichkeiten in der Pensionskasse optimieren

Hand aufs Herz: Haben Sie Ihr Pensionskassenreglement schon einmal gelesen? Wenn nicht, sollten Sie das unbedingt nachholen. Hier steckt oft grosses Potenzial, um Ihre finanzielle Situation im Alter zu verbessern.

Punkte, die besonders relevant sind:

  • Welche Auszahlungspläne gibt es?
  • Ist eine Teilpensionierung möglich?
  • Welche Fristen gelten?

Eine Teilpensionierung ist auch in Sachen Steuern interessant: Wenn Sie den Kapitalbezug auf mehrere Pensionierungsschritte verteilen, ist das oft günstiger, als wenn Sie alles Guthaben auf einmal beziehen. 

4. Deckungslücken schliessen

Mit freiwilligen Zahlungen in die Pensionskasse schlagen Sie gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Sie sorgen vor und sparen Steuern. Besonders vorteilhaft sind Ihre Einzahlungen, wenn Sie diese zeitlich staffeln.

Wichtig: Wenn Sie sich später für einen Kapitalbezug der PK-Gelder entscheiden, ist ein Einkauf in die Pensionskasse nur bis drei Jahre vor dem Bezug möglich. Entscheiden Sie sich hingegen für die Rentenform, können Sie bis zur Pensionierung weiter einzahlen.

Sollten Sie Deckungslücken haben, gehen Sie das Thema aktiv an. Je früher, desto mehr Handlungsspielraum haben Sie.

5. Steuerstrategie planen

Wenn Sie Ihre Pensionierung planen, geht es nicht nur darum, wie viel Geld vorhanden ist. Auch der Zeitpunkt der Auszahlung ist wichtig. 

Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre Vorsorgesituation – von der AHV über Pensionskasse und Freizügigkeitskonten bis hin zur Säule 3a: Wann wird was ausgezahlt? Einige Auszahlungen können Sie selbst steuern. Das lohnt sich in Bezug auf Ihre Steuerlast.

Und wo wir schon dabei sind: Stimmen Sie sich hierbei unbedingt mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin ab. 

6. Zusätzliches Freizügigkeitskonto auflösen

Es sollte zwar nicht passieren, kommt aber immer wieder vor: Manche Personen, die in einer Pensionskasse versichert sind, haben zusätzlich ein Freizügigkeitskonto.

Das kann dann der Fall sein, wenn eine Pensionskasse nach einer Liquidation oder der Verteilung freier Mittel zusätzliche Leistungen ausrichtet. Solche Gelder werden unter Umständen auf ein Freizügigkeitskonto überwiesen und gehen später schnell vergessen. Auch deswegen lohnt es sich, eine vollständige Auslegeordnung Ihrer Vorsorgeguthaben zu machen. 

Fazit

Beschäftigen Sie sich nicht erst wenige Monate vorher mit Ihrer Pensionierung. Wer sich schon Anfang/Mitte 50 damit auseinandersetzt, kann einiges optimieren.

Und wenn Sie jetzt denken, Sie seien doch zu spät dran: Es gibt keinen falschen Zeitpunkt, um sich mit Finanz- und Vorsorgefragen auseinanderzusetzen. Aber es kann Geld kosten, sich nicht um die Finanzen zu kümmern.